In einer Feierstunde wurden 32 Absolventen der Verwaltungsschule der Sozialverwaltung in Wasserburg nach ihrer erfolgreich abgelegten Qualifikationsprüfung verabschiedet. In zwei Jahren verbrachten sie neun Monate hier.

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Andrea Berger (1,51) war eine der besten Absolventinnen des Jahrgangs, die von Ministerialdirigent Werner Zwick geehrt wurden. Foto Auer
Wasserburg - Im Rathaussaal hatten sich auch viele Ehrengäste eingefunden, um mit den frischgebackenen Verwaltungswirten und Verwaltungswirtinnen den Einstieg in die zweite Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Verwaltung und Finanzen (fachlicher Schwerpunkt Sozialverwaltung) zu feiern. Die Prüfungsbesten Sylvia Liedl (1,41), Lisa Gerhart (1,85) und Bettina Limmer (2,08) von der Einstellungsbehörde Arbeits- und Sozialgericht, sowie Andrea Berger (1,51), Christina Priebe (1,71) und Julia Schmid (1,75) vom Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) wurden von Ministerialdirigent Werner Zwick für ihre herausragenden Leistungen geehrt.
Die Reise nach Wasserburg hätten viele der Absolventen zu Beginn ihrer Ausbildung wohl mit einer gewissen Skepsis angetreten, vermutete Schulleiterin Brigitte Kilburger bei ihrer Begrüßung. Vergleiche man jedoch die Schultraditionen beispielsweise mit der Mongolei, wo man für den Kauf einer Schultasche in die Hauptstadt reisen müsse und mit dem Pferd zur Schule reite, oder etwa mit Nepal, wo der tägliche Schulweg vier Stunden dauere und dabei noch 800 Höhenmeter überwunden werden müssten, so hätten es die Schüler in Wasserburg doch ganz gut erwischt. In den neun Monaten hätten sie in Wasserburg gelebt, gelernt und gefeiert und seien so auch ein Teil der Stadt geworden.
Die Qualität der Ausbildung hänge von vielen Faktoren ab und hier sei festzustellen, dass die Verzahnung von fachtheoretischer und praktischer Ausbildung gut geklappt habe.
Die Präsidentin des Landesarbeitsgerichts München, Angelika Mack freute sich in ihrer Festrede, dass alle Schüler bestanden hätten und so unbeschwert gefeiert werden könne. Aufgrund der Dienstrechtsreform gäbe es noch viele Aufstiegsmöglichkeiten, doch unabhängig davon wie der weitere Berufsweg verlaufe, habe jeder die Möglichkeit, das Bild in der Gesellschaft zu prägen. An ihrem künftigen Arbeitsplatz in der Sozialverwaltung hätten es die Absolventen mit Menschen zu tun, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stünden. Hier könnten sie ihren Beitrag leisten und die Anliegen des Einzelnen unterstützen und für den Rechtsstaat einstehen.
Die Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt dauert zwei Jahre. Davon finden eine neunmonatige fachtheoretische Ausbildung an der Verwaltungsschule der Sozialverwaltung und eine 15-monatige praktische an der jeweiligen Einstellungsbehörde statt.
Beim diesjährigen Prüfungsjahrgang kamen 14 Absolventen vom Arbeits- und Sozialgericht, 18 Absolventen vom ZBFS. Die Ausbildungsschwerpunkte waren Sozial- und Arbeitsrecht, Verfassungs- und Verwaltungsrecht, Privatrecht sowie Verwaltungslehre einschließlich moderner Arbeitstechniken und -methoden. Die Absolventen des ZBFS werden künftig Bürgern bei der Beantragung staatlicher Leistungen, wie beispielsweise Elterngeld, oder der Feststellung des Grades einer Behinderung unterstützen. Bei der Arbeits- und Sozialgerichtsbarkeit geht es in ihrer Arbeit um gerichtliche Verfahren zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern oder zwischen Bürgern und Sozialversicherungsträgern und um organisatorische Abläufe bei den Kammern der Gerichte. ca
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