Wasserburg - Die strengen Auflagen und frostigen Temperaturen sorgten beim gestrigen Taubenmarkt nicht nur für eine geringere Zahl an Anbietern, sondern auch für deutlich weniger Besucher als noch im Vorjahr.

© Heck
Prüfender Blick Gefieder, Augen, Beine, Schnabel - alles bestens, die Chance auf Germany's next Toptaube gewahrt.
Bei minus fünfzehn Grad stehen Händler und Züchter bereits in den frühen Morgenstunden geduldig an den Kassen in der Schlange und lassen die übliche Prozedur über sich ergehen. So müssen die Standgebühr bezahlt und sämtliche tierärztliche Bescheinigungen und Zeugnisse vorgezeigt werden. Besitzern von "verseuchten Beständen" ist der Zutritt verboten, ist auf großen Hinweisschildern zu lesen. Nach dem erfolgreichen Einlass gilt es schließlich, sich mit seinen vollgepackten Wägen und Volieren den begehrten Stammplatz zu sichern, um möglichst rasch Käfige mit prachtvollen Kleintieren zu bestücken. Insgesamt rund 8500 Tiere von 430 Ausstellern aus dem überwiegend süddeutschen Raum, aber auch vereinzelt aus Österreich und Italien, warten offiziell ab sieben Uhr auf potentielle Käufer.
Er verweist stolz auf die Geflügelschau im Parkhaus in der Unterfuhrstraße, bei welcher die knapp 400 schönsten Tiere von 41 Vereinsmitgliedern besichtigt und erworben werden könnten. Hier zeige sich die intensive Arbeit der Züchter aus dem Wasserburger Raum, die auch ohne zusätzliche Vorschriften stets ihren Beitrag zum Tierschutz geleistet hätten.
Auch die Nachfrage bei der Polizei bestätigt letztlich die geringere Besucherzahl als im Vorjahr. "Dies hat mehrere Taschendiebe aber nicht davon abgehalten, das Gedränge in den engen Gassen auszunützen", so ein Beamter. Insgesamt verläuft der Taubenmarkt jedoch wie üblich ruhig und die sibirische Kälte lässt Aussteller und Käufer unter Wärmestrahlern enger zusammenrücken. Ein besonders zufriedener Züchter schenkt aus purer Freude über einen gerade zustande gekommenen Verkauf sogar eine Runde Schnaps aus.
Und genau diese familiäre Atmosphäre ist es, welche dem Wasserburger Taubenmarkt seinen ganz besonderen Charme verleiht - den sinkenden Ausstellerzahlen der letzten Jahre zum Trotz.
Georg Reinthaler/Wasserburger Zeitung
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