Das Internet ist auf dem Land oft quälend langsam. Das soll sich mit Breitband-Internet über Rundfunkfrequenzen ändern. Pilotgemeinde für dieses Projekt des bayerischen Wirtschaftsministeriums ist Schnaitsee.

© OVB
Erwin Huber von der Vodafone GmbH erklärt der Staatssekretärin Katja Hessel anhand der Gemeindekarte die Problematik der Internetversorgung. Vorne Bügermeister Vitus Pichler und rechts der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser.
Schnaitsee - 100 Haushalte in der Gemeinde Schnaitsee leben in einem neuen Internetzeitalter. Bayerns Wirtschaftsstaatssekretärin und Vorsitzende des Ausschusses "Ländlicher Raum", Katja Hessel, kam zum Start des Pilotprojektes "Mobiles Breitband-Internet über Rundfunk-Frequenzen" in den kleinen Weiler Dirnreit bei Schnaitsee. "Wie wichtig uns diese Breitbandversorgung im ländlichen Raum ist, zeigt unser Ziel im Wirtschaftsministerium, dass bis Ende 2011 diese Versorgung flächendeckend in ganz Bayern ist. Aus diesem Büro der mittelständischen Wirtschaft starten wir ab sofort hinaus in die weite Welt."
Zuvor hob Bürgermeister Vitus Pichler das Pilotprojekt als wichtige Maßnahme der Infrastruktur für den ländlichen Raum hervor. Er betonte besonders die Verdienste der Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises mit ihrem Geschäftsführer Harald Schwarzbach.
Erwin Huber aus Trostberg, also ein Kenner der hiesigen Verhältnisse, sagte für die Firma Vodafone, dass "die Werkzeugkoffer der Firma mit den neuesten Technologien bestückt sind". Er bestätigte, dass mit der Übergabe die 100 Testhaushalte in der Gemeinde einen schnellen Internetzugang mit bis zu 7,2 Mbit/s via Funktechnologie nutzen können. In dem Projekt wird Vodafone etwa ein Jahr lang testen, wie ein ländliches Gebiet ohne DSL oder Kabelinternet unter Alltagsbedingungen mit mobilem Internet versorgt wird. Die Testhaushalte sind alle kostenfrei mit Endgeräten ausgestattet worden. Gebühren fallen im Versuchszeitraum nicht an.
Unternehmer Konrad Eder zeigte sich nach einigen Tage der Testphase höchst zufrieden mit dem Ergebnis. "Es wäre schade gewesen, wenn wir wegen der schlechten Versorgung einen Standortwechsel vornehmen hätten müssen. Gerade als Ingenieurbüro sind wir auf diese Technologie angewiesen."
Auf Nachfrage von Konhäuser zur Sicherheit bestätigte Huber, dass die Entschlüsselung der Daten nahezu unmöglich sei: "Das würde erst in einem Zeitraum von mehreren Jahren gelingen". Auch die Gefahren der Funkwellen bezeichnete Huber im Vergleich zu den bestehenden Mobilteilen der Festnetztelefonie als "äußerst gering".
Im Rathaus wurden dann weiteren Interessenten die Endgeräte überreicht. Alle zeigten sich schon voller Erwartung auf die neuen Internetverbindungen. ju
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