Hart aufeinander prallten die Meinungen bei einer aktuellen Anfrage, die der Haager CSU-Ortsverband im "Weißbräu" an den Landtagsabgeordneten und Staatssekretär Dr. Marcel Huber zum Schlossturm stellte. Schnellen Handlungsbedarf befürworteten jedoch beide Seiten.

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Der Haager Schlossturm: Nach wie vor ist seine Zukunft ungewiss. Foto bauer
Haag - Die aus staatlicher Sicht eindeutige Situation um die Finanzierung der nötigen Restaurierung des Haager Schlossturms erläuterte Dr. Marcel Huber nochmals eindringlich. Wie der Staatssekretär der Finanzen betonte, könne er nur auf die rechtliche Vorgabe hinweisen. Die Übernahme des Denkmals sei nur einer Kommune, in erster Linie Haag, oder einer Privatperson möglich.
Der Staat dürfe sich um das Objekt selber nicht kümmern, da der Rechnungshof ohne Zweifel "kein staatliches Interesse" signalisiert habe. Der Staat müsse vielmehr "jede Immobilie, die er nicht braucht, abstoßen". Unter den 7000 "Liegenschaften", die er von Haus aus zu betreuen habe, befänden sich viele rentierliche. Das Recht sei eindeutig. Er versuche beim Stand der Dinge zu vermitteln: "Wir müssen schauen, was wir daraus machen."
Momentan überlegt die Regierung, so Huber, wie die Ausschreibung zu formulieren sei. Ein interessierter privater Käufer müsse an die "eng gefassten denkmalschützerischen Auflagen" gebunden werden und den Turm weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich machen: "Ob sich da überhaupt jemand findet?"
"Wenn nun keiner den Schlossturm will" fragte Stefan Högenauer nach. Dann nimmt der Staat, so Staatssekretär Huber, die Pflicht des Konservierens der Baumasse wahr, sodass von der Bausubstanz "nichts Denkmalgeschütztes zusammenfällt". Davon habe Haag auch nichts. Chancen brächte nur eine Nutzung, die "große Vielfalt und eine Aufwertung des Marktlebens verspreche".
Der Museumsverein sei "sehr rührig" gewesen, so der Abgeordnete, aber auch diese Einnahmen würden nicht ins Gewicht fallen, genauso wenig wie die 50 Euro Miete, die Haag pro Jahr gezahlt habe. Für die niedrige Miete, widersprach Helmut Angerer, könne Haag nichts. Weiter ging es um Denkmalschutzgelder, die nur von der Gemeinde, nicht vom Staat abzurufen seien, und um die Frage, was geschehe, wenn ein Privater höher biete als die Gemeinde. Auch dann bekäme Haag den Zuschlag.
Eine strikte Ablehnung kam von Konrad Kolbinger. Er fürchte die Folgekosten für das alte Gemäuer. Der Staat habe die Aufgabe zum Erhalt, Haag müsse so viele Aufgaben bewältigen und auch noch den Zehentstadel finanzieren: "Da können wir das nicht auch noch machen."
Eine Strategie von der Gemeinde forderte Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß. Es gehe darum, mehr Unterstützung bei der Finanzierung zu erhalten. Gemeinde und Regierung müssten sich schnell einigen. Die Argumente seien zur Genüge ausgetauscht. Nun aber sehe er, dass es endlich vorwärts gehe.
Handlungsbedarf sah auch Huber, da gewisse Balken morsch seien. Er appellierte: "Nutzen Sie die Chance, dieses Objekt in die Hände zu bekommen!" Der Staat helfe schon, "den Aufwand so gering wie möglich" zu halten. Eines aber sollten sich alle gewiss sein: "So ein Turm rentiert sich nie." xy
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