Attel - "Wir haben eben einen guten Draht nach oben" lacht Fritz Seipel. Der Festwirt hat gut lachen: das spätsommerliche Wetter bescherte dem 38. Attler Herbstfest am Samstag und Sonntag rekordverdächtige Besucherzahlen.

© Wagner
Fachsimpeleien beim Oldtimer- und Bulldogtreffen im Attler Hof am Sonntag.
Er ist vom Herbstfest einfach nicht mehr wegzudenken: Der Spiele- und Begegnungsnachmittag lockte weit über 1000 Besucher auf das Gelände der Landwirtschaft der Stiftung Attl. Vor allem Familien mit Kindern kamen auf ihre Kosten. Nicht nur zahlreiche Spiel- und Bastelstände sorgten fast vier Stunden lang für kurzweilige Unterhaltung. Auch ein Dudelsack-Spieler, ein Zauberer, das Kasperletheater und eine Kinder-Bauchtanztruppe trugen zum Erfolg dieser Veranstaltung bei. Begeistert angenommen wurden auch die neuen Angebote, nämlich Ecken für Kleinstkinder und die "U16-Disco" in der Bar - natürlich mit alkoholfreien Cocktails - für die größeren Geschwister.
Das Treffen gehört schon seit Jahren zum Rahmenprogramm des Attler Herbstfests und lockte nicht zuletzt wegen der spätsommerlichen Temperaturen zahlreiche Besucher an.
Gepflegt und zum Teil auf Hochglanz poliert standen die alten Traktoren in Reih und Glied. Da wurden Erfahrungen ausgetauscht und darüber diskutiert, wie man so ein Gefährt möglichst originalgetreu restauriert. Dass diese Fahrzeuge einmal zur Feldarbeit verwendet wurden, sah man den meisten von ihnen gar nicht mehr an, so gehegt und gepflegt präsentierten sie sich den Besuchern. Aber sie sind nicht nur dazu da um bewundert zu werden, verrät Franz Rott vom Verein der Freunde alter Fahrzeuge. Wenn das Wetter passt, macht man damit schon einmal die eine oder andere Ausflugsfahrt.
Die hatten offensichtlich auch viele Familien aus Wasserburg und Umgebung unternommen, denn die Parkplatzeinweiser von der Feuerwehr Attel-Reitmehring hatten alle Hände voll zu tun, die Autos unterzubringen. Und wer sich den Atteler Bio-Ochsen in einer größeren Gruppe zum Mittag schmecken lassen wollte, der brauchte entweder viel Glück oder einen reservierten Tisch. "Manchmal hat das zeitlich nicht ganz gepasst, da kamen die nächsten schon, als die ersten noch aßen, aber das hat sich alles ganz entspannt geregelt", freute sich Seipel.
Und noch ist das 38. Attler Herbstfest ja nicht zu Ende. Am heutigen Montag ist ab 13 Uhr Seniorennachmittag, bei dem das Festzelt üblicherweise bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Später, ab 16.30 Uhr, gibt es dann das legendäre Attler Kesselfleisch. Wer da zur falschen Zeit kommt, der steht erstmal eine Weile bei Küchenchef Feichtner und seinen Truppen an. "Das schaffen wir auch noch", lacht Fritz Seipel. Ob die Stimme des Festwirtes durchhält, das ist allerdings etwas fraglich, kratzte sie doch Sonntagmittag schon bedenklich.
Dessen ungeachtet erzählte Seipel begeistert, dass Schirmherr Walter Schatt der Stiftung ein Geschenk mitgebracht hatte: Einen nagelneuen Bus für die Außengruppe für Kinder und Jugendliche in Edling, die so problemlos in die Schule oder die Werkstatt nach Attel kommen.
Auch im Altenheim Maria Stern auf der Burg, betrieben von der Stiftung Attl, versteht man es zu feiern. Und das vor allem jetzt, da allerorts die traditionellen Herbstfeste veranstaltet werden. Am Samstag feierte man dort zum ersten Mal parallel zum "großen" Herbstfest in Attl ein eigenes Fest im Rittersaal mit Bier vom Fass und frischen Fest-Brezn aus der Stiftung. Dieses Fest sei keine Konkurrenz zum Attler Herbstfest, sondern vielmehr eine Ergänzung für die Bewohner des Altenheims, für die eine Fahrt in die Stiftung Attl zu beschwerlich sei, so die Leiterin des Altenheims, Irmingard Stöberl. So können nahezu alle Bewohner an einem Herbstfest teilnehmen.
syl/wag/Wasserburger Zeitung
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