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Attel: Rekordverdächtiges Herbstfest in Attel

Rekordverdächtiges Herbstfest in Attel

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Attel - "Wir haben eben einen guten Draht nach oben" lacht Fritz Seipel. Der Festwirt hat gut lachen: das spätsommerliche Wetter bescherte dem 38. Attler Herbstfest am Samstag und Sonntag rekordverdächtige Besucherzahlen.

OVB

© Wagner

Fachsimpeleien beim Oldtimer- und Bulldogtreffen im Attler Hof am Sonntag.

Er ist vom Herbstfest einfach nicht mehr wegzudenken: Der Spiele- und Begegnungsnachmittag lockte weit über 1000 Besucher auf das Gelände der Landwirtschaft der Stiftung Attl. Vor allem Familien mit Kindern kamen auf ihre Kosten. Nicht nur zahlreiche Spiel- und Bastelstände sorgten fast vier Stunden lang für kurzweilige Unterhaltung. Auch ein Dudelsack-Spieler, ein Zauberer, das Kasperletheater und eine Kinder-Bauchtanztruppe trugen zum Erfolg dieser Veranstaltung bei. Begeistert angenommen wurden auch die neuen Angebote, nämlich Ecken für Kleinstkinder und die "U16-Disco" in der Bar - natürlich mit alkoholfreien Cocktails - für die größeren Geschwister.

OVB© WagnerHochbetrieb herrschte beim Begegnungsnachmittag nicht nur an der Schminkstation.

Neben der Gaudi trägt das Attler Herbstfest traditionell zur Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung bei. So lernen Kinder beispielsweise schon in jungen Jahren, dass auch das Thema Behinderung viel Raum für Normalität und Miteinander bietet. Veranstaltet wird dieses Fest von den Mitarbeitern der Stiftung Attl zusammen mit ihren Bewohnern. Was sich auch nach dem sonntäglichen Festgottesdienst mit Prälat Hans Lindenberger und Pfarrer Pater Karl Wagner zeigte. Denn da luden Stiftungsdirektor Wolfgang Slatosch und die Betreute Sophie Schuhbeck gemeinsam ins Festzelt ein. Und auch bei der Mitarbeiterehrung setzte sich das fort: Hans Bodmaier wurde von Slatosch und seinem Stellvertreter Fritz Seipel für 30 Jahre Mitarbeit beim Herbstfest ausgezeichnet. Schon die beiden nächsten, beide 25 Jahre im Einsatz, sind Betreute.

OVB© WagnerDas Herbstfest auf der Burg feierte heute Premiere - und kam bestens an.

Wobei das Attler Herbstfest mittlerweile so groß geworden ist, dass es allein von Mitarbeitern und Betreuten nicht mehr zu stemmen ist, so Seipel, denn der alltägliche Stiftungsbetrieb müsse ja auch weitergehen und allein der Festbetrieb binde 170 Leute. Da die Verstärkungen in der Küche und unter den Bedienungen für kaum mehr als für Aufwandsentschädigung beziehungsweise Trinkgelder arbeiteten, habe es da bisher keine Probleme gegeben. Ein Trupp Spezialisten hat im Gegenteil Probleme verhindert, denn zum ersten Mal waren an den Festabenden je vier Sicherheitsleute im Einsatz, die das Rauchverbot und den Jugendschutz überwachten, nur einmal bei alkoholbedingter Handgreiflichkeit einschreiten mussten.

Rekordverdächtig war auch der Besuch beim großen Oldtimer- und Bulldogtreffen am Sonntagvormittag im Attler Hof. "Es hat in Deutschland einmal über 300 Traktorenhersteller gegeben. Davon existiert heute keiner mehr", meinte ein Besucher des Treffens und blickte dabei wehmütig auf einen alten Hanomag-Bulldog aus den 50er-Jahren. Einige Vertreter längst vergangener Jahrzehnte hatten den Weg nach Attel gefunden. Über 150 landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge ließen dabei nicht nur die Herzen der Freunde alter Fahrzeuge e.V. aus Rott am Inn, die zusammen mit der Stiftung Attl jedes Jahr zu dieser Veranstaltung einladen, höher schlagen.

Das Treffen gehört schon seit Jahren zum Rahmenprogramm des Attler Herbstfests und lockte nicht zuletzt wegen der spätsommerlichen Temperaturen zahlreiche Besucher an.

Gepflegt und zum Teil auf Hochglanz poliert standen die alten Traktoren in Reih und Glied. Da wurden Erfahrungen ausgetauscht und darüber diskutiert, wie man so ein Gefährt möglichst originalgetreu restauriert. Dass diese Fahrzeuge einmal zur Feldarbeit verwendet wurden, sah man den meisten von ihnen gar nicht mehr an, so gehegt und gepflegt präsentierten sie sich den Besuchern. Aber sie sind nicht nur dazu da um bewundert zu werden, verrät Franz Rott vom Verein der Freunde alter Fahrzeuge. Wenn das Wetter passt, macht man damit schon einmal die eine oder andere Ausflugsfahrt.

Die hatten offensichtlich auch viele Familien aus Wasserburg und Umgebung unternommen, denn die Parkplatzeinweiser von der Feuerwehr Attel-Reitmehring hatten alle Hände voll zu tun, die Autos unterzubringen. Und wer sich den Atteler Bio-Ochsen in einer größeren Gruppe zum Mittag schmecken lassen wollte, der brauchte entweder viel Glück oder einen reservierten Tisch. "Manchmal hat das zeitlich nicht ganz gepasst, da kamen die nächsten schon, als die ersten noch aßen, aber das hat sich alles ganz entspannt geregelt", freute sich Seipel.

Und noch ist das 38. Attler Herbstfest ja nicht zu Ende. Am heutigen Montag ist ab 13 Uhr Seniorennachmittag, bei dem das Festzelt üblicherweise bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Später, ab 16.30 Uhr, gibt es dann das legendäre Attler Kesselfleisch. Wer da zur falschen Zeit kommt, der steht erstmal eine Weile bei Küchenchef Feichtner und seinen Truppen an. "Das schaffen wir auch noch", lacht Fritz Seipel. Ob die Stimme des Festwirtes durchhält, das ist allerdings etwas fraglich, kratzte sie doch Sonntagmittag schon bedenklich.

Dessen ungeachtet erzählte Seipel begeistert, dass Schirmherr Walter Schatt der Stiftung ein Geschenk mitgebracht hatte: Einen nagelneuen Bus für die Außengruppe für Kinder und Jugendliche in Edling, die so problemlos in die Schule oder die Werkstatt nach Attel kommen.

Erstes Herbstfest auf der Burg gefeiert

Auch im Altenheim Maria Stern auf der Burg, betrieben von der Stiftung Attl, versteht man es zu feiern. Und das vor allem jetzt, da allerorts die traditionellen Herbstfeste veranstaltet werden. Am Samstag feierte man dort zum ersten Mal parallel zum "großen" Herbstfest in Attl ein eigenes Fest im Rittersaal mit Bier vom Fass und frischen Fest-Brezn aus der Stiftung. Dieses Fest sei keine Konkurrenz zum Attler Herbstfest, sondern vielmehr eine Ergänzung für die Bewohner des Altenheims, für die eine Fahrt in die Stiftung Attl zu beschwerlich sei, so die Leiterin des Altenheims, Irmingard Stöberl. So können nahezu alle Bewohner an einem Herbstfest teilnehmen.

syl/wag/Wasserburger Zeitung

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