"Es kannt ned scheener sei" freute sich Michael Kölbl darüber, dass er leise Mühe hatte, sich Gehör zu verschaffen. Bei der Premiere des 2003 von der Stadt und RioKonkret ins Leben gerufenen Vereinstreffens ging es noch etwas steif zu. Beim zehnten Treffen war davon nichts mehr zu merken.

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Vier engagierte Wasserburger/innen ehrte Bürgermeister Michael Kölbl (Mitte) beim Jahrestreffen der Vereine: Helmut Hilger, Angelika Springer, Fini Paul und Horst Däullary (von links). Foto HAmpel
Wasserburg - 140 Vereine, Verbände, Organisationen waren eingeladen und dementsprechend voll war der Saal des Feuerwehrhauses. Quer über die Tische wurde geratscht - der Künstler mit der Feuerwehrlerin mit dem Schützen und der Tafelhelferin. Und ein schmunzelnder Bürgermeister beobachtete die Szene: Ziel erreicht, die engagierten Ehrenamtler lernen sich kennen beziehungsweise vertiefen die Kontakte.
Es sei völlig klar, dass man das Engagement und die Leidenschaft der vielen ehrenamtlich Tätigen nicht kaufen könne, so Bürgermeister Michael Kölbl, der schallendes Gelächter erntete, als er leicht ironisch die Leistungen der "Ehrenamtskarte" der bayerischen Staatsregierung vorstellte: um zehn Prozent verbilligte Schifferlfahrten auf Königssee und Ammersee sowie Rabatt beim Eintritt in die Königsschlösser. Da ließen sich Landkreise und Städte sicher noch etwas einfallen, so Kölbl.
Im Mittelpunkt des Vereinetreffens steht die Ehrung verdienter Ehrenamtler - teils von den Vereinen vorgeschlagen, teils von der Stadt "und gottseidank ohne Auswahlkriterien", denn die hätten zumindest zwei der Geehrten gesprengt, so Kölbl.
Diese auszustellen ist bei aktuell mindestens drei Vereinen die Aufgabe von Angelika Springer, denn "Kassier kann's richtig gut, die Vereine stehen finanziell gut da", sagte Kölbl über die Frau, die vor 40 Jahren die erste weibliche Freiwillige des THW in Bayern war.
Die dritte Geehrte vorzustellen sei eigentlich überflüssig, denn die Bürgermeisterin der Hofstatt kenne sowieso jeder, befand der Bürgermeister über Fini Paul. Ihre Arbeit beim AWO-Seniorenkreis, bei der Pflege der Maria-Rast-Kapelle am Inn oder als Bescherungshelferin des Wunschbaumes erledige sie mit viel Humor im Gepäck. "Außerdem hat sie das Talent, Großkopferte, die bei Veranstaltungen der Wasserburger Tafel repäsentieren wollen, gleich zum Brotverkauf einzuteilen und ihnen hinterher mit dem ihr eigenen umwerfenden Charme klarzumachen, dass sie gefälligst auch mit aufzuräumen hätten", so Kölbl. Gerade als einige Anwesende anfingen, sich über die kessen Sprüche Kölbls zu wundern, erklärte er diese grinsend als reine Notwehr: "Das kriege ich von der Ratschkathl Fini Paul am Aschermittwoch alles zurück - so viel kann ich gar nicht austeilen!"
Beim vierten Geehrten wollte Kölbl gar nicht aufzählen, was der schon alles gemacht habe. 1992 wurde Horst Däullary zum Vorsitzenden der Stadtkapelle gewählt, ist es bis heute. "Wir nehmen die Leistungen der Stadtkapelle für selbstverständlich", so Kölbl, aber es gebe kaum eine Veranstaltung der Stadt, kein größeres Fest ohne sie. Zum Beispiel das 100-jährige Bestehen des Trachtenvereins im vergangenen Jahr "und was wären die Schäffler ohne sie?" Dazu Konzerte, Proben, Ausbildung des Nachwuchses, der dritte Umbau des Vereinsheimes - eine Riesenorganisation, die Däullary verantworte.
Traditionell stellen sich bei dem Vereinstreffen auch drei Organisationen vor. Den Anfang macht der AK68, dessen Vorsitzender Dr.Markus Brezina erklärte, dass dieser sich ein wenig als städtische Galerie für junge Künstler, die sich noch keinen Namen machen konnten, verstehe. Die größte Veranstaltung des Kunstvereins, die "Große Kunstausstellung" kenne jeder, "denn dann steht eine mehr oder weniger seltsame Skulptur vor dem Rathaus".
Irene Langer, die Jugendreferentin der Stadt, stellte das Ferienprogramm vor, das sich von der "recht übersichtlichen" Premiere 1985 mit sieben Veranstaltungen zu einem Großprojekt für 460 Kinder 2011 mauserte. "Wenn die Vereine sich nicht beteiligten - wir vier Verantwortlichen könnten das gar nicht alles leisten!" Wer Ideen und Lust habe, sich zu beteiligen, solle sich nur melden, lud Irene Langer ein.
Mitglied im Kreisfischereiverein kann eigentlich jeder werden - nur Geduld muss man mitbringen: Derzeit gibt es eine Wartezeit von etwa zwei Jahren. "Die Kapazitäten unserer Gewässer sind erreicht", erklärte Roland Edl. Die Fischer, so erklärte es ihr Mitglied Kölbl, "machen Naturschutz da, wo ihn sonst keiner macht, weil man ihn nicht gleich sieht: unter der Wasseroberfläche."
Jörg Herwegh gab bekannt, dass sein 80 Quadratmeter großer Narrenkeller künftig auch anderen zur Verfügung stünde. Wer Interesse habe, sei es für eine einmalige oder für eine regelmäßige Veranstaltung, könne sich unter Telefon 922570 oder info@das-narrenschiff.de melden. syl
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