Amerang - Nach dem Willen der EU sollen ab 2010 alle Schafe mit einem elektronischen Chip ausgestattet werden. Ziel ist, die Tiere eindeutig identifizieren zu können. "Das geht auch mit der konventionellen Ohrmarke", kritisierte der Schäfer Werner Fröwis aus Mais bei Amerang gegenüber der Bundestagsabgeordneten Daniela Raab.
Fröwis hatte Raab zusammen mit dem Ameranger Bürgermeister August Voit und Mitgliedern der CSU und Jungen Union zur Besichtigung auf seinen Hof eingeladen. Mit 550 Mutterschafen und etwa 400 Jungtieren ist Fröwis der größte Schafhalter im Landkreis Rosenheim. Aus seiner Sicht bringt die neue Markierungsmethode keine Vorteile. "Im Gegenteil, wenn ein Tier verendet muss extra jemand mit einem speziellen Lesegerät kommen, um die Nummer im Ohr zu scannen. Wenn es ein paar Tage dauert, ist durch den Verwesungsprozess von dem Schaf nicht mehr viel übrig und der Gestank unerträglich." Bisher, wenn ein totes Tier gefunden wurde, konnte durch das Ablesen der Nummer ohne technische Hilfsmittel sofort der Halter identifiziert und informiert werden.
Bei der Besichtigung des Hofes bekräftigte die Bundestagsabgeordnete ihre Unterstützung im Kampf gegen bürokratische Richtlinien der Europäischen Union. re
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