Edling - Mit dem Gottesdienst am ersten Augustsonntag, der traditionell dem Edlinger "Kirta" gewidmet ist, verabschiedete sich der bayerischem Brauchtum sehr verbundene Pfarrer Georg Lindl nun endgültig von seiner Pfarrei und dem großen Pfarrverband. Zahlreiche Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden waren gekommen, und eine große Zahl von Fahnenabordungen füllte den Altarraum und den Platz vor den Seitenaltären der übervollen Pfarrkirche Sankt Cyriacus.

© OVB
Recht persönliche Abschiedsgeschenke vermittelten Georg Lindl die Wertschätzung seiner Pfarrei. Foto Ständer
Riesig war auch die Zahl der in ihre liturgischen Gewänder gekleideten Ministranten, die nach fünf Jahren Zusammenarbeit mit ihrem Pfarrer mit ihm nun den letzten Sonntagsgottesdienst feierten, den Kirchenchor und Rhythmusgruppe temperamentvoll begleiteten. Wie bedeutsam jedes einzelne Menschenleben mit seinen Fähigkeiten und Begabungen für das Reich Gottes und wie wenig produktiv das Aufstellen und Festhalten an möglichst vielen Normen sei, erklärte der Seelsorger den Gläubigen in seiner gewohnt anspruchsvollen Auslegung des Evangeliums.
Am Ende der Messfeier dankten die Ministranten ihrem Pfarrer mit einem "Mords-Geschenk" auf dem Bahnhof des Lebens für die vielen Gemeinschaftserlebnisse in der Gruppe und wünschten sich, für ihn eine wichtige Anschlussstelle auf diesem Bahnhof zu bleiben.
Seine Nutzung sämtlicher Rad- und Fußwege zwischen Edling, Reitmehring, Soyen und Rieden mit dem Radl habe hier tiefe Spuren hinterlassen, eigentlich müsste das Kirchenwegerl nach Reitmehring in "Pfarrer-Lindl-Weg" umgetauft werden. Auch den Brunnen hätten sie gern in "Lindl-Brunnen" umgetauft, aber einen solchen gebe es bereits in Traunstein, wohin der Pfarrverband ihn nun, wenn auch ungern, ziehen lasse.
Als Abschiedsgeschenk des Pfarrverbands überreichte sie ein von Friedrich Koller gestaltetes Kreuz, für den Musikfreund einen Gutschein für Konzertkarten, und den Weinkenner erwartete ein "Sulzfelder Cyriacusberg" im Pfarrhof. Ein Fotoalbum voller Erinnerungen an die fünf Jahre Pfarrer Lindl kam dazu, und persönliche Abschiedswünsche der Vereine und Organisationen füllten ein weiteres Heft.
Es falle ihm, so der scheidende Priester, nicht nur schwer, sondern sogar sehr schwer, sich nun zu verabschieden, aber er scheide dennoch leichten Herzens von seiner Pfarrei, weil er wisse, dass es ihr gut geht. Er hoffe, "ihr habt auch ein bisschen von mir profitiert. Ihr habt es mir leicht gemacht, Pfarrer zu sein. Es ist so viel Lebendigkeit in der Pfarrei, da ist mir nicht bang. Ich hoffe, dass ich dazu auch ein wenig beigetragen habe."
Zum Schluss spendete er den Gläubigen den großen Segen, und dann brach man mit dem von den Fahnen angeführten Kirchenzug auf zur Kirta-Feier im Zenznstadl. ags
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