Zum Bericht "Haager Pedition findet keine Mehrheit" im Lokalteil:
Da erlaubt sich also die 6500-Einwohner-Gemeinde Haag, eine Geschichte zu haben, die älter ist als die von München. Und außerdem untersteht sie sich, in ihren Mauern auch noch ein Denkmal ersten Ranges zu beherbergen. Geschichte findet statt in München, Landshut, Ingoldstadt und bestenfalls noch in Burghausen oder Regensburg. Aber in Haag?
Ich empfehle, den Turm in Einzelteile zu zerlegen, die man an geldige neureiche Russen, Amerikaner oder Krisengewinnler stückweise und meistbietend versteigern kann. So ist ein gotischer Türsturz im Wohnzimmer irgendwie schon was Besonderes! Oder Jahrhunderte alte Eichenbohlen als Umrahmung des Pools!
Vom Erlös kann man dann in nachahmender Form den Turm als Stahlkonstruktion hinstellen, die auch gewinnbringende Antennen tragen kann. Das Außenrum könnte eine mit der Ansicht des Turms bedruckte Folie, ähnlich der, die lange vor der Bayerischen Börse hing, oder wie die in Berlin, vor einem Gerüst, das alte Stadtschloss vorgaukelnd (das wäre übrigens sogar noch pflegeleicht und abwaschbar).
Ein Aufzug zu einer Aussichtsplattform hoch über Haag ergänzt die moderne Technik, und unsere Politiker, die gelegentlich zum Kesselfleischessen einladen, können dann von oben feststellen, wie schön doch das "Haager Land" ist und man von da oben den bedauerlicherweise abgegangenen alten Turm auf dem "Burgstall" doch nicht vermisst. Weit haben wir es gebracht!
Wiebke Müller
Haag
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