Haag - Es bleibt dabei: Der Freistaat will den maroden Haager Schlossturm verkaufen. Eine anderslautende Petition der Haager wurde abgelehnt. Die Gemeinde muss nun entscheiden, wie sie mit ihrem Wahrzeichen umgeht.

© Anette Mrugala
Das Wahrzeichen: Der Haager Schlossturm
Am Freitag stand der Haager Schlossturm auf der Tagesordnung des Bayerischen Landtags. Er ist bekanntlich im Eigentum des Freistaats Bayern und wegen Baufälligkeit seit 2005 gesperrt. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich nach offiziellen Schätzungen auf 1,12 Millionen Euro. Haags Zweiter Bürgermeister Winfried Weiß geht aber nach neueren Ermittlungen eher von 1,5 Millionen Euro aus.
Der Finanzausschuss des Landtags behandelte die Petitionen aus Haag. Damit wollten Gemeinde und "Agenda 21 Haager Land" bei der Regierung erreichen, dass der Schlossturm im Eigentum des Staates verbleibt und vom Freistaat die anstehenden wie auch künftigen Renovierungen finanziert werden. Man argumentierte mit dem Stellenwert des "Wahrzeichens des Haager Landes" aus überregionaler und historischer Sicht, mit den hohen Kosten und den Anfälligkeiten des gesamten Komplexes von Schlossturm und Burghof. Am Ende mussten allerdings die über den langen Tag im Landtag ausharrenden Haager Vertreter eine Niederlage erleben.
Zuschüsse wurden laut Görlitz in Höhe von 650 000 Euro vom Landesamt für Denkmalschutz in Aussicht gestellt. Wenn die Marktgemeinde den Turm selber saniere, könne sie ihn auch wieder für "vielfältige Veranstaltungen" nutzen. Dies könne der Freistaat Bayern aber nicht leisten, so die CSU-Abgeordnete. Zusätzlich zu den bereits in Aussicht gestellten Fördermitteln könne Haag aber noch Zuschüsse aus anderen "Töpfen" beantragen.
Für die Ablehnung der Petition stimmten schließlich CSU, FDP und Freie Wähler, dagegen SPD und Grüne. "Damit ist die letzte Hoffnung gestorben, dass der Freistaat doch noch einlenkt, den Turm behält und saniert", folgerte Dr. Winfried Weiß in einer ersten Stellungnahme. Jetzt sei der Gemeinderat am Zug, er müsse entscheiden, ob die Gemeinde den Turm unter diesen Bedingungen kaufe und selber saniere. Er werde einen entsprechenden Antrag stellen.
Wegen zusätzlicher Mittel habe die Gemeinde bereits Gespräche mit der Städtebauförderung aufgenommen. Zwar habe man in der Hauptstadt erkannt, dass "dringend etwas getan werden" müsse. Das Land Bayern könne dies aber auch deshalb nicht leisten, weil es keinen Bedarf für den Turm habe. Wenn der Staat die Sanierung übernehmen müsse, dann würde daher nur eine Bestandssicherung durchgeführt, keine Sanierung, die auch eine weitere Nutzung des Turms und des umliegenden Areals ermögliche.
xy
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