Waldkraiburg - "India" war ein bulgarischer "Wegwerfhund", wie Frauchen Heidi Janka erzählt. Sie hat das Tier über "SOS Vier Pfoten" bekommen.

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Ein spannendes Versteckspiel für Azubi "India". Die junge Hündin macht bei Frauchen Heidi Janka, Staffelleiterin der beim Kreis-BRK stationierten Rettungshundetaffel, eine Ausbildung zur Menschenretterin als Flächensuchhund. Das Tier lernt, dass es Spaß macht, einen Menschen zu finden und zu retten und bekommt eine Belohnung. "India" trägt eine Kenndecke des Roten Kreuzes, die soll sie vor Jagdfeuer schützen.
Die 41-Jährige ist "Indias" neue Besitzerin und bildet sie zum Rettungshund aus. Auch wenn es sich um einen ehemaligen Straßenhund handelt, hat sich der Vierbeiner sein freundliches Wesen behalten. Eine Grundvoraussetzung für Rettungshunde.
Heidi Janka ist die Staffelleiterin der im BRK-Kreisverband stationierten Rettungshundestaffel und bildet gerade ihre Hündin "India" zu einer Retterin vermisster Personen aus. Vom "Wegwerfhund" zum "Rettungshund" - aber lassen wir "India" selbst erzählen.
Du hast Glück gehabt, bist als Straßenhund am Ende in gute Hände gekommen.
Wuff, das will ich meinen. Ich war ein paar Monate alt, als mich der Tierschutz in Bulgarien von der Straße holte. Über "SOS Vier Pfoten" kam ich zu meinem neuen Frauchen Heidi nach Waldkraiburg. Sie macht spannende Sachen mit mir und ich lerne, wie man Menschen aufspürt und damit retten kann. Die Menschen sind nämlich meine Freunde.
Eignet sich jeder Hund als Rettungshund?
Naja, ein Chihuahua vielleicht nicht, aber Jagdterrier sind auch in meiner Staffel. Meine Partner mit der kalten Schnauze sollen nicht zu groß und nicht zu klein sein. Im Notfall muss unser Hundeführer uns noch tragen können. Bei einem Bernhardiner dürfte das etwas schwierig werden. Der tut sich auch schwer in weitläufigem Gelände. Generell reicht es als Hund aus, freundlich zu Menschen zu sein, verspielt und keinesfalls ängstlich oder aggressiv zu sein. Ich schmuse ja am liebsten.
Was lernst du in der Ausbildung und wie lange dauert sie?
Dafür müsst ihr euch aber ganz schön anstrengen.
Halb so wild, das lieben wir. Wir trainieren in verschiedenen Geländen und Wäldern, damit uns nicht langweilig wird. Die Entfernungen werden mit der Zeit immer größer und auch das Opferbild ändert sich. Mal soll ich ein Kind finden, mal einen Rentner, der sich beim Schwammerlsuchen im Wald verirrt hat, mal einen Mann im Motorradkombi, der nach einem Unfall im Schock davon läuft. Ich hab schon öfter jemanden unter Ästen oder im Jägerstand entdeckt. Manchmal verlaufen sich Kinder beim Spielen. Und jedes Mal ist es aufregend.
Dann musst du ja ziemlich viel Ausdauer haben.
So ist es. Das wird von einem Rettungshund erwartet. Oft suchen wir stundenlang die halbe Nacht ein weites Gebiet in einem Wald ab. Schlapp machen geht da gar nicht. Klar bin ich aufgeregt, meine Körpertemperatur steigt. Aber im Gegensatz zu Drogenspürhunden oder Trümmersuchhunden - die sind so aufgeputscht, dass sie Fieber bekommen - müssen wir langfristig durchhalten.
Was muss denn dein Mensch können, um mit dir mitzuhalten?
Mein Mensch arbeitet genauso ehrenamtlich wie ich. Außerdem muss der Hundeführer mit Karte, Kompass und Funkgerät umgehen können, eine Sanitätsausbildung haben, körperlich fit und teamfähig sein. Und allzeit bereit bei Wind und Wetter und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Die Suchaktionen und das Training finden in unserer Freizeit statt. Ich brauch' übrigens keinen Kompass, ich habe meine Spürnase. Heidi und ich sind auch privat ein super Team.
Wie geht ihr zwei im Ernstfall vor?
Die Polizei weist Heidi und mir ein Gebiet zu. Darin finde ich jeden Menschen. Ob es der Gesuchte ist, kann ich vorher nicht wissen. Ich bin "Freiverweiser", laufe los, und wenn ich eine Person gefunden hab, hole ich mein Frauchen. Sie nimmt mich an die Leine und ich zeig ihr den Weg. Gut, dass sie weiß, dass ich so ein Lerberkäs-Fan bin.
kla/Waldkraiburger Nachrichten
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