Die Hilfe für traumatisierte und sozial benachteiligte Kinder ist ihm ein Herzensanliegen. Am Wochenende hat Peter Maffay das dritte Haus seiner Stiftung im Dorf Radeln (Roades) in Siebenbürgen in Rumänien eröffnet. Unter den rund 500 Gästen beim Festakt war auch der Waldkraiburger Herbert Liess.

© OVB
Ein Händedruck von Peter Maffay (links). Herbert Liess aus Waldkraiburg freut sich, dass er bei der Eröffnung des neuen Kinderheimes im siebenbürgischen Radeln in Rumänien dabei sein konnte; im Hintergrund die Kirchenburg aus dem Mittelalter, die Maffay ebenfalls restaurieren möchte. Foto lie
Waldkraiburg - In der Nähe einer siebenbürgischen Kirchenburg aus dem Mittelalter liegt das Anwesen, auf dem die Stiftung des Rockstars jetzt nach Häusern in Deutschland und auf Mallorca eine neue Einrichtung aufgebaut hat. Dort, wo einst also die Menschen des Dorfes Zuflucht fanden, wenn sie Schutz vor Tataren oder Osmanen suchten, ist eine "Schutzburg" für 14 Kinder und ihre Betreuer entstanden.
Diese Idee gefiel Peter Maffay, als er sich vor einigen Jahren zusammen mit seinem Vater Willi auf die Suche nach seinen Wurzeln begab - in Siebenbürgen, wo er aufwuchs, ehe er 1963 mit seiner Familie aus dem kommunistischen Rumänien ausreiste und nach Waldkraiburg kam. In Radeln (Roades), einem idyllisch gelegenen Dorf zwischen Kronstadt (Brasov) und Schäßburg (Sighisoara) fand er den Ort, der für das Projekt geeignet war.
Fast zufällig war der Waldkraiburger zu dieser Ehre gekommen. Beim großen Siebenbürger Ball im Februar in München hatte er Maffay getroffen und ihn auf sein Buch über eine Radtour nach Siebenbürgen angesprochen. Liess wollte der Stiftung hundert Exemplare des Buches für die Kinder schenken. Dazu kam es jetzt bei der Eröffnung in Radeln. Die Bücher sollen dort verkauft werden, der Erlös an die Stiftung fließen.
Schwer beeindruckt von dem großen sozialen Engagement seines Landsmanns und den ehrgeizigen Plänen kehrte der Waldkraiburger von der Feier in Siebenbürgen zurück. Besonders berührte ihn ein "emotionaler Moment", als Willi Makkay, der Vater des Künstlers, auf die Bühne trat. Er sei stolz auf seinen Sohn, so Makkay, der in Rumänien dieser Tage seinen 85. Geburtstag feiert. Und: Er sei "der Vergangenheit nicht mehr böse".
Peter Maffay sieht das Projekt ausdrücklich als Zeugnis des guten deutsch-rumänischen Dialogs und Miteinanders.
Er hat über das Kinderheim hinaus noch viel vor. "Unser Ziel sollte sein, die ganze Gegend zu inspirieren und sie attraktiv zu machen für Besucher". Der Jugendliche, der draußen zum Superstar wurde, will mit der Stiftung mithelfen, ein lebensfähiges Dorf mit Arbeitsplätzen und eine gute Infrastruktur zu schaffen. Unter anderem ist auch geplant, die benachbarte Kirchenburg zu restaurieren. hg
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