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"Kein Kind wird zurückgelassen"

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Das Sonderpädagogische Förderzentrum Waldkraiburg feiert 50-jähriges Bestehen. Der Kreisverband von "Lernen fördern" steht ihm seit 30 Jahren tatkräftig zur Seite. Das wurde gestern ausgiebig gefeiert.

OVB

Gemeinsam stark sind diese Kinder (Bild links). Lebensfroh sangen und schnipsten sie bei der Jubiläumsfeier ihrer Schule, dem Sonderpädagogischen Förderzentrum. Fotos kla

Waldkraiburg - In der Aula der Dieselschule machte die Trommelgruppe Bragada unter der Leitung von Franz Nadler ordentlich Rabatz zum Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten, Lehrer- und Schülerchor kümmerten sich um die musikalische Umrahmung, Kinder der Außenstelle Aschau hat sichtlich Spaß beim "Schalalala" und die Tanzgruppe der oberen Klassen zeigte einen Discofox.

Die Lehrer und Schüler versprühten Lebensfreude und Spaß und ließen die vielen Gäste von befreundeten Schulen, Kindergärten, Behörden, Kirchen, pädagogischen und therapeutischen Einrichtungen und etwa ehemalige Kollegen der Schulfamilie daran teilnehmen. Die Begrüßung übernahmen Schulleiter Franz Göhl, Konrektorin Maria Klopsch-Wesel und Konrektor Burkhard Schröder. Göhl sagte, das Förderzentrum sei von einer Hilfsschule seit seiner Gründung 1959 zu einem pädagogischen Dienstleistungszentrum geworden. "Wir sind eine innovative und moderne Schule und auf dem besten Weg zu einem Kompetenzzentrum."

OVBBeim Buffett kamen (von rechts) Schulleiter Göhl, Konrektorin Klopsch-Wesel, Landrat Huber, Fördervereinsvorsitzender Promberger, Staatssekretär Dr. Huber und Konrektor Schröder dazu, sich auszustauschen.

Schirmherr Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber zitierte Joseph von Eichendorff, nach dem die Schule benannt ist: "Wo ein Begeisterter steht, ist der Gipfel der Welt." Man müsse die Kinder an dieser Schule mit Begeisterung anstecken, dass sie zu ihrem persönlichen Gipfel gebracht werden. Die UN-Behindertenrechtekonvention sei eine neue Herausforderung auf dem Weg von der Integration zur Kooperation hin zur "Inklusion durch Kooperation". Die Integration an allgemeinbildende Schulen gewinne immer mehr an Bedeutung.

Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden am besten gefördert, wenn Förderschulen mit der Bildung und Erziehung in Kindergärten, Grund- und Haupt- und Mittelschulen Hand in Hand gehen.

Das Schlagwort "Inklusion" griff Alexander Böhm, Landesvorsitzender des Fördervereins auf. Er fürchtete, dass die Bildungsoffensive aufgrund leerer Kassen durch die Wirtschaftskrise eine "kostenneutrale Form" annehme. Förderschüler und Regelschüler in ein Schulhaus zusammenzulegen spare Geld, aber ohne die individuelle sonderpädagogische Förderung, die Geld koste, blieben die Förderbedürftigen auf der Strecke. Auch bat er Marcel Huber, ins Kultusministerium mitzunehmen, dass an Berufsschulen das sonderpädagogische Know-how fehle und auf die Schüler keine Rücksicht genommen werde.

Paul Promberger, ehemaliger Schulleiter und aktueller Kreisvorsitzender des Fördervereins betonte, die Eichendorff-Schule sei heute wichtiger denn je, in einer Zeit, in der Anerkennung an Leistung geknüpft sei. Die Diskussion über die "Inklusion" ruft bei ihm ebenfalls gemischte Gefühle hervor.

Laut Kultusminister müssten Schulen zu Kompetenzzentren ausgebaut werden. "Ja, wo sind wir denn hier, wenn nicht in einem Kompetenzzentrum? Hier wird interdisziplinär gearbeitet, es fehlt - außer dem Blindenlehrer - keine Fachrichtung", so Promberger.

Der Förderverein unterstütze die Schule in vielen Bereichen, zahle sogar eine Aushilfe, wenn mal ein Lehrer krank sei, was eigentlich nicht Vereinsaufgabe wäre.

"Viele Kinder hatten von Anfang an schlechtere Karten als andere. Ohne unser Zutun wäre schnell klar, wer zu den Verlierern in der Leistungsgesellschaft gehören würde", sagte Elternbeiratsvorsitzender Harald Weiskopf. Er bat alle Anwesenden, die Schulfamilie nicht im Regen stehen zu lassen, den Kindern zu zeigen, sie seien wertvoll. Über das Förderzentrum werde in der Öffentlichkeit viel zu wenig gesprochen.

An die Kinder gewandt verabschiedete er sich mit den Worten: "Stark ist, wer mehr Träume hat, als die Realität zerstören kann."

Auch Landrat Georg Huber war als Träger der Schule gekommen und machte sich für die benachteiligten Kinder stark, von dem keines aufgegeben und zurückgelassen werden dürfe. Ziel müsse die Hinführung zur gesellschaftlichen Eingliederung, zum Alltagsleben und zum Berufsleben sein.

Ein Zeichen dafür, dass das Förderzentrum seinen Auftrag ernst nehme, sei die hohe Rückführungsquote an die Regelschulen, lobte Regierungsreferentin Irmgard Doll-Edlfurtner.

Im Anschluss wurden die Gäste in den Räumen der Förderschule kulinarisch verwöhnt. Die Hauswirtschaftsschüler hatten in liebevoller Kleinarbeit und ein buntes Buffet erstellt. Schautafeln berichteten von Projekten und dem Schulleben. kla

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