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Grenzen setzen - Räume schaffen

Stadt könnte Jugend mit Hallenmiete entgegenkommen - Dafür bunteres Programm

Grenzen setzen - Räume schaffen

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"Generationswechsel" im Haus der Jugend. Derzeit ist es wieder soweit. Die 16-, 17-jährigen Jugendlichen, die sich im städtischen Jugendzentrum regelmäßig trafen, zum Billardspielen, Kickern, Rumhängen, haben das Haus verlassen. Georg Milly, der langjährige Leiter des Hauses, erlebt das zum wiederholten Mal. "Da spielt eine Rolle, dass Pädagogen im Haus sind, die sie ansprechen, wenn etwas nicht gut läuft", sagt Milly. "Jugendgemäßes Verhalten ist ok. Das Haus ist ein Ort, an dem Jugendliche abhängen können." Doch eine städtische Einrichtung muss Grenzen setzen, "beim Jugendschutz, bei undemokratischem Verhalten". Das wollen viele Jugendliche in diesem Alter nicht akzeptieren.

Georg Milly, der Leiter des Hauses der Jugend, schätzt das Engagement der Gruppe IzAseJu, weiß aber auch, dass eine kommunale Einrichtung Grenzen setzen muss. Foto hg

© OVB

Georg Milly, der Leiter des Hauses der Jugend, schätzt das Engagement der Gruppe IzAseJu, weiß aber auch, dass eine kommunale Einrichtung Grenzen setzen muss. Foto hg

Seit der Eröffnung in den 80er-Jahren hat sich das Konzept des Hauses geändert. Vor allem Jugendliche aus sozial schwächeren Milieus, die Langeweile und wenig Alternativen haben, verbringen hier ihre Freizeit. Türkische Jugendliche, junge Deutsche aus Russland... "Sie kommen aus den verschiedensten Gruppen." Mit dem Jugendzentrum sei die Stadt Waldkraiburg relativ gut aufgestellt, meint der Sozialpädagoge.

Aus seiner Sicht fehlt allerdings eine Kneipe, wo sich junge Leute treffen können.

Und die engagierten Gruppen, die Jugendinitiative IzAseju, die - wie auch das Jugendparlament - das Haus für Sitzungen und Treffen nutzt? "Sie könnten mehr im Haus machen. Aber das wird nicht aufgegriffen. Sie wollen selber was auf die Beine stellen, unabhängig sein", was Milly bedauert, aber versteht. Nicht anders war das in den 80er-Jahren beim G12, als der Sozialpädagoge im Haus der Jugend anfing. "Auch die wollten selbstständig bleiben." So wie das heute hoch gelobte G12 damals, so gilt auch IzAseJu als "links". Doch eine Stadt in der Größe Waldkraiburgs "sollte auch ein gewisses linkes Potenzial ertragen".

Von der IzAseJu-Gruppe hält Milly eine Menge. "Das sind aufgeschlossene, intelligente Jugendliche, die kein Jugendzentrum brauchen, sondern eins machen wollen." Ihren Standpunkt bezüglich der kritisierten Konzerte in der Schenkerhalle teilt er nicht. "Zu sagen, was draußen vor der Halle passiert, geht uns nichts an, ist zu einfach." Er verstehe den Bürgermeister, "wenn er sagt, wir müssen gegen Sachbeschädigungen und andere Vorfälle etwas tun. Das kann man nicht dulden."

Milly hat selbst als Veranstalter von Konzerten und Diskos schlechte Erfahrungen gemacht, mit Lärmbelästigungen und Alkoholproblemen vor dem Haus der Jugend. "Großdiskos mit hundert und mehr Leuten bis 24 Uhr gibt es deshalb nicht mehr im Jugendzentrum."

In der Diskussion um die so genannten "Punkrock"-Konzerte sieht Milly auf beiden Seiten Spielraum, sich aufeinander zuzubewegen. "Die Halle kostet Geld. Da könnte die Stadt den Jugendlichen entgegenkommen." Und die Initiative IzAseju müsste "Einschränkungen akzeptieren", ihr Konzept überdenken, zum Beispiel "andere Stilrichtungen in ihr Musikprogramm aufnehmen, Veranstaltungen, die nicht in erster Linie auf Quantität, sondern auf Qualität ausgerichtet sind". hg

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