Sie gehören zur Generation G12. Im legendären Waldkraiburger Jugendzentrum der 70er- und 80er-Jahre waren Carolin (47) und Ulli Höllinger (51) Stammgäste. Nicht nur deshalb verfolgen die Eltern von zwei Söhnen im Alter von 14 und 20 Jahren die Diskussion um die Schenkerhalle und die Jugendarbeit in Waldkraiburg mit großem Interesse.

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Carolin und Ulli Höllinger: Junge Leute brauchen was zum Rumhängen, wie wir früher im G12. Foto hg
"Das G12 war jeden Tag offen, man konnte ungezwungen hingehen. Man hat jeden Tag jemanden getroffen", erinnert sich Ulli Höllinger. Und seine Frau Carolin ergänzt: "Es war immer was geboten. Diskussionen zu politischen Themen, mit Eltern, gute Filme, Theater, Musik. Meine Eltern waren froh, wenn sie wussten, wir sind im G12." Und heute? "Der Trend ist eher weg von Waldkraiburg", glaubt der 51-Jährige. Das liegt daran, dass sich die Jugend und ihr Freizeitverhalten geändert haben. Das liegt auch daran, dass es an Möglichkeiten für junge Leute in Waldkraiburg fehle. Klar, es gibt das Kino. Ihr 14-jähriger Sohn nutzt regelmäßig die Skaterbahn am Volksfestplatz, der Ältere engagiert sich in der Schenkerhalle bei der Jugendinitiative "IzAseju". Manchmal geht es ins Silo in Töging. Oft trifft man sich privat mit Freunden. Was fehlt für junge Leute in Waldkraiburg? "Die brauchen etwas, wo sie rumhängen können. Billard, Kicker. Günstige Getränke", sagt Carolin Höllinger. "Da muss nicht immer groß was geboten sein." Sie bedauert, dass das bestehende städtische Jugendzentrum nur einen Teil der Jugend anspricht.
Aber sie weiß auch: "Die Jugendlichen von IzAseJu wollen keine Kontrollen." Carolin Höllinger macht kein Hehl daraus, dass sie anders darüber denkt und in dieser Beziehung nicht einer Meinung mit ihrem Sohn ist. "Ohne Sponsoren, ohne Gönner oder finanziellen Träger wird es wohl nicht gehen", glaubt sie. Das selbst verwaltete G12 wäre jedenfalls kaum möglich gewesen ohne den VfL Waldkraiburg und dessen damaligem Vorsitzenden Peter Schmidt.
Auch wenn das G12 "heute Kult ist", gab es damals natürlich Kritik, gab es Probleme zum Beispiel mit Alkohol, und bei der Stadt war man nicht glücklich mit dem Jugendzentrum, erinnern sich die Höllingers.
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