Rosenheim – Wenn die Badesaison beginnt, wird nicht nur die Liegewiese am Happinger See für die Badegäste zur Verfügung stehen.

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Schnee und Eis sind neu für viele der Asylbewerber, die derzeit im ehemaligen Hotel „Hubertus“ am Happinger See untergebracht sind.
Es ist außerdem der Betrieb eines Kiosks geplant. Auch der Zugang zu den Toilettenanlagen soll gewährleistet sein. Die derzeit im ehemaligen Gasthaus „Hubertus“ am See wohnenden Asylbewerber werden bis dahin auf Wohnungen im Stadtgebiet verteilt sein.
Christian Meixner, Leiter des Sozialamtes, geht diese Bewertung nicht weit genug: „Ein großer Teil der Asylbewerber hat viel mitgemacht. Sie sind hier, wir müssen sie unterbringen, und dass wir sie nicht nur ,einigermaßen erträglich‘, sondern menschenwürdig unterbringen, ist für uns eine Selbstverständlichkeit.“
Tatsächlich geht die Stadt anders mit Asylbewerbern um als die Regierung. Sie sorgt über das Sozialamt und das Diakonische Werk für soziale Betreuung, bietet Deutschkurse an und sucht Arbeitsplätze auf Ein-Euro- Basis. Dies alles werde von den Betroffenen hervorragend angenommen, sagt Meixner. Auch die Unterbringung in Wohnungen der städtischen Wohnbaugesellschaft GRWS wirke sich positiv aus. Die Menschen aus allen Teilen der Welt würden auf diese Weise nicht weiter auffallen, „man zeigt nicht mit dem Finger auf sie."
Im ehemaligen Hotel „Hubertus“ steht darüber hinaus mit Eduard Lex vom Sozialamt ein Ansprechpartner in praktischen Fragen zur Verfügung, der auch weiß, mit welcher rechtlichen Frage sich die Betroffenen wohin wenden müssen. Zudem kann er als Rettungssanitäter medizinische Hilfestellung leisten. Lex hat sogar ein Zimmer im „Hubertus“ bezogen, wo er sich nachts aufhält. Mögliche Störenfriede soll er nicht selbst bekämpfen, aber im Fall des Falles für einen „qualifizierten Alarm“ sorgen.
Damit sich die in dem abgelegenen „Hubertus“ untergebrachten Asylbewerber mit Lebensmitteln versorgen können, fährt Eduard Lex mit ihnen zweimal in der Woche zu Geschäften wie Aldi oder Netto. Erwachsene müssen mit 191 Euro im Monat auskommen, für Kinder gibt es weniger Geld. Eine vierköpfige Familie erhält etwa 590 Euro. Wer einen der begehrten Ein-Euro-Jobs erhält, ist glücklich, das Sozialamt ist noch auf der Suche nach weiteren Arbeitsplätzen dieser Art für die Asylbewerber.
Die Stadt hat Kühlschränke und Wachmaschinen angeschafft. Acht Kochplatten stehen im „Hubertus“ zur Verfügung. Die Gemeinschaftsräume wurden mit gespendeten Möbeln der Bundespolizei ausgestattet. Demnächst wird noch eine Tischtennisplatte aufgestellt. Die Bewohner selbst sorgen für Sauberkeit.
Die Regierung erstattet die Grundleistungen. W as darüber hinausgeht, zahlt die Stadt. Die Kosten lassen sich derzeit noch nicht konkret beziffern. „Einige zehntausend Euro gehen sicher zu unseren Lasten“, sagt Meixner, „das müssen uns der soziale Frieden und eine menschenwürdige Behandlung der Asylbewerber wert sein“.
Was die zukünftige Nutzung des Grundstücks angeht, betonte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer im Haupt- und Finanzausschuss, eine Hotelnutzung stehe weiterhin an erster Stelle. Ausschlaggebend für ein künftiges Baurecht wird das Ergebnnis der artenschutzrechtlichen Prüfung sein, die noch bis Juli läuft. Ein Hotel in der bestehenden Größe dürfte aber kaum wirtschaftlich sein. "Wir müssen uns deshalb darüber im Klaren sein, dass der Bau eines größeren Hotels einen Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet Innauen bedeutet", betonte Bauer. Im Herbst werden die Ergebnisse der artenschutzrechtlichen Prüfung vorliegen. Dann wird weiterdiskutiert.
Eines steht aus Sicht des CSU-Fraktionsvorsitzenden Herbert Borrmann jedoch jetzt schon fest. Ein Hotel von der Größe, wie es Unternehmer Anton Kathrein geplant hatte, ist an dieser Stelle nicht möglich: "Eine sinnvolle Vergrößerung ja, aber nicht das Dreifache des Bestands."
Als Republikaner Rudolf Hötzel wissen wollte, ob man nicht doch wieder mit Kathrein ins Gespräch kommen könne, erinnerte die Oberbürgermeisterin daran, dass Kathrein auf einen Privatstrand vor dem Hotel bestanden habe. Genau dies habe der Stadtrat aber verhindern wollen.
bi/Oberbayerisches Volksblatt
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