Rosenheim - Soll das Kleinkind in die Krippe oder soll es lieber daheim von Mutter und Großeltern versorgt werden? Angeheizt wurde die Diskussion durch die Einführung des Betreuungsgeldes. Fakt ist, dass die Kommunen im Zuge des Rechtsanspruches, der ab 2013 gilt, das Platzangebot für unter Dreijährige in den vergangenen Jahren stetig erhöht haben - und die Mütter nutzen es. Auch in der Stadt Rosenheim: Wie aus den aktuellen Zahlen des Landesamtes für Statistik hervorgeht, nutzten zum Stichtag im März die Eltern von 240 Buben und Mädchen im Kleinkindalter die Möglichkeit, ihre Kinder in Krippen betreuen zu lassen, 58 Kinder mehr als noch ein Jahr zuvor und 101 mehr als 2007.

© OVB
Immer mehr Eltern nutzen die Möglichkeit, ihre Kinder schon im Alter von unter drei Jahren in Kindertagesstätten und Krippen betreuen zu lassen. Foto : zs
Familienministerin Christine Haderthauer sieht keine Bedenken, für jedes dritte Kind unter drei Jahren den geforderten Platz in einer Kindertagesstätte oder bei Tageseltern zu schaffen. Diese Zielvorgabe werde schon 2012 überschritten, sagte sie nach der Kabinettsklausur in St. Quirin: "Das bayerische Ziel heißt, den Bedarf, der vor Ort angemeldet wird, zu decken."
Alle anderen Städte und Kreise mit eingerechnet, wurden im März bayernweit 59 310 unter Dreijährige in Krippen und Tagesstätten betreut, fast doppelt so viele wie vier Jahre zuvor. Damals waren es erst 31 091 Buben und Mädchen. In Rosenheim entwickelten sich die Zahlen ähnlich. 2007 schickten die Eltern 139 unter Dreijährige in die Kitas, 2008 kletterte die Zahl auf 149 und bis 2009 erhöhte sie sich auf 185. Zwölf Monate später waren es 182 betreute unter Dreijährige und 2011 nun 240 Kleinkinder.
Untersuchungen belegen zumindest, dass die Kita-Betreuung nicht für alle Kleinen geeignet ist. Je jünger und empfindsamer die Kinder, desto wichtiger sei die Versorgung durch die Mutter. Und es mehren sich Stimmen von Psychiatern und Psychologen, die die Fremdbetreuung von unter Zweijährigen durchaus kritisch sehen.
Die noch bis zum Frühjahr laufende "Wiener Krippenstudie", die bereits für viel Wirbel gesorgt hat, untersucht auch gesundheitliche Aspekte der Krippenerziehung. Bezogen auf das Stresshormon Cortisol entdeckten die Forscher, dass die Cortisol-Tagesprofile der Krippenkinder vom natürlichen Tagesverlauf des Cortisol-Spiegels abwichen - das deute auf Stress hin. Die Veränderungen dieses Tagesprofils ziehe ein Risiko für die psychische Entwicklung nach sich. zs
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.