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Kostenloser Münz-Beratungstag zog viele Numismatiker an

Mit 50 Pfennig fing es an

109.03.10|Rosenheim Stadt|Rosenheim Stadt|
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Artikel: Mit 50 Pfennig fing es an

Rosenheim - Die numismatische Sammelleidenschaft ist immer noch ein geschätzter Zeitvertreib. Außerdem sehen viele Menschen in den Münzen ein sicheres Anlagegut. Bei einem gemeinsamen Beratungstag des "Schoeller-Münzhandels" und des Auktionshauses "Dorotheum" im Gasthaus "Flötzinger-Bräu" wurden Familienschätze fachmännisch unter die Lupe genommen. Von dem kostenlosen Angebot wurde rege Gebrauch gemacht. Einige brachten ihre gesamte Sammlung mit, andere wollten einzelne Erbstücke auf ihren Wert schätzen lassen. Da gab es freudige Überraschungen ebenso wie herbe Enttäuschungen.

Eine Besucherin im Gespräch mit den beiden professionellen Numismatikern Michael Beckers (rechts) vom Wiener "Dorotheum" und Alexander Schwab-Trau. Foto : Schlecker

© OVB

Eine Besucherin im Gespräch mit den beiden professionellen Numismatikern Michael Beckers (rechts) vom Wiener "Dorotheum" und Alexander Schwab-Trau. Foto : Schlecker

Jede Leidenschaft hat ihren Anfang. Bei Ingo Zimmermann begann alles mit einem 50-Pfennig-Stück, das er mit acht Jahren von der Oma geschenkt bekam. "Ich schaute mir die Münze genau an und stellte schnell fest, dass sie sich in einigen Details von meinem anderen 50-Pfennig-Stück unterschied. Das weckte mein Interesse", erzählt der heute 35-Jährige. Mittlerweile besitzt er über 3000 Münzen.

Eine Ende der numismatischen Sammeltätigkeit ist bei Zimmermann nicht abzusehen. "So etwas lässt einen nicht mehr los", erzählt der Österreicher, der eigens wegen dem Münz-Beratungstag mit seiner Frau nach Rosenheim gefahren ist.Im Gepäck hatte er einige große, schwere Koffer. Deren Inhalt bestand aus vielen Münzen aus der Römerzeit und einigen Sonderprägungen der vergangenen Jahre.

"Jede Münze hat eine Geschichte"

"Mich interessiert einfach, ob ich diese Stücke günstig eingekauft habe oder ob man mich reingelegt hat", erklärte er. Dabei sei der materielle Wert gar nicht so sehr das Entscheidende bei seiner Sammelleidenschaft. "Jede Münze hat eine Geschichte, und die hält man in den Händen. Ich stelle mir oft vor, was mit einem 2000 Jahre alten Geldstück aus der Römerzeit alles gekauft worden ist. Das ist schon faszinierend", so Zimmermann.

"Münzen haben oft so schöne Motive"

Auch seine Frau Ann findet Münzen interessant "Viele haben wunderschöne Motive; die schaut man sich immer wieder gerne an", meinte die 28-Jährige. Die Frage "Willst Du einmal meine Münzsammlung sehen?" habe sie zu Beginn ihrer Beziehung gerne mit "Ja" beantwortet, erzählte Ann Zimmermann schmunzelnd: "Ich dachte mir: Wer so ein schönes Hobby hat, kann kein schlechter Mensch sein."

In ihrer umfangreichen Münz-Sammlung sieht das Ehepaar aus Österreich auch ein "finanzielles Polster für die Rentenzeit". Nicht die schlechteste Art der Vorsorge, waren sich die beiden Münzexperten beim Sonder-Beratungstag einig.

Die Numismatiker Alexander Schwab-Trau und Michael Beckers haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Schwab-Trau arbeitet seit vielen Jahren schon für das österreichische Unternehmen "Schoeller-Münzhandel". Sein Freund und früherer Studienkollege Michael Beckers ist seit langer Zeit für das Wiener Auktionshaus "Dorotheum" tätig.

Unzählige Münzen wurden von den beiden leidenschaftlichen Numismatikern bereits in Augenschein genommen. Manchmal stießen sie dabei auf besonders wertvolle Stücke. "Mir zeigte ein Sammler eine Münze, die er für ein paar Cent gekauft hat. Das alte Geldstück war aber über 5000 Euro wert. Es ist dann schon ein komisches Gefühl, ein kleines Metallstück in den Händen zu halten, das so viel wert ist", so der 46-jährige Schwab-Trau.

"Großteil überschätzt Wert seiner Münzen"

Natürlich höre man auch immer wieder einmal davon, dass ein Geldstück bei einer Auktion einen Preis von mehreren Millionen Dollar erzielte. Doch so etwas sei die Ausnahme: "Das passiert vielleicht einmal in den USA. Hier sind solche Größenordnungen unrealistisch." Die Wahrheit sei, dass der Großteil der Sammler eher dazu neige, den Wert seiner Münzen zu überschätzen.

Auch Ingo Zimmermann musste diese Erfahrung beim Beratungstag machen. Viele seiner mitgebrachten Stücke wurden nicht so hoch eingeschätzt, wie er es sich gewünscht hätte. Dennoch, so betonten die Expetren, seien Münzen eine gute Anlage: "Bei Münzen aus Edelmetall geht es schon um den Materialwert. Allen Schwankungen zum Trotz - wertlos werden sie niemals sein."

Diese Aussage gefiel auch Ehepaar Mehlstäubel aus Kolbermoor gut. Sie brachten einige Erbstücke mit, überwiegend Sonderprägungen aus den vergangenen Jahrzehnten. Auch da gab es keine besonders freudigen Überraschungen in Form einer außergewöhnlich wertvollen Rarität. Doch insgesamt zeigten sich die beiden mit der Schätzung der Experten zufrieden. wu

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