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Rosenheim: "Petö ist Glück für mich"

"Petö ist Glück für mich"

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Rosenheim - Maxi  hatte einen schweren Start ins Leben. Bei der Geburt wurde sein Gehirn durch akuten Sauerstoffmangel dauerhaft geschädigt - die ärztlichen Prognosen gaben kaum Hoffnung.

"Petö ist Glück für mich": Diesen Satz tippt Maxi immer wieder in seinen Sprachcomputer. Der Rosenheimer hatte einen schweren Start ins Leben. Bei der Geburt wurde sein Gehirn durch einen akuten Sauerstoffmangel dauerhaft geschädigt - die ärztlichen Prognosen gaben den Eltern kaum Hoffnung, dass ihr Bub ein annähern normales Leben führen könne. Doch im September kommt Maxi in die Schule.

Seine Eltern sind sicher, dass sie das dem konduktiven Förderzentrum im Oberwöhr zu verdanken haben, in dem Kinder mit Hirnschädigung nach dem Fördersystem des ungarischen Neurologen Professor Andràs Petö betreut werden.

In Ungarn ist dieses Konzept seit Jahrzehnten etabliert, in Deutschland gibt es derzeit 56 Einrichtungen nach Petös Konzept. Die Einrichtung in Rosenheim beinhaltet eine Frühförderung, den Kindergarten Sonnenschein und eine Schulvorbereitung für körper- und mehrfachbehinderte Kinder. Der sechsjährige Maxi ist einer der Buben,  die dort gefördert werden - und das schon seit seinem zweiten Lebensjahr. Heute ist er ein selbstbewusstes Vorschulkind. Mit dem Rollator kann er laufen und mit seinem Sprachcomputer gelingt es Maxi sogar, sich in vollen Sätzen mitzuteilen. Seine Eltern sind überglücklich: "Wir hätten nie gedacht, dass Maxi sich so gut entwickelt", sagt seine Mutter, Andrea Kaffl.

Noch gut erinnere sie sich an den Tag der Geburt. Damals sei die "heile Welt" der Familie zusammengebrochen. Komplikationen bei der Geburt verursachten eine schwere Hirnschädigung. Noch nach einem Jahr konnte sich Maxi kaum bewegen oder verständigen. Die Eltern begannen, selbst nach Wegen zu suchen, wie sie ihrem Kind helden können. Ein Physiotherapeut machte die Familie schließlich auf das Konduktive Förderzentrum aufmerksam.

Schon beim ersten Besuch keimte in Andrea Kaffl Hoffnung auf: "Man sagte mir, auch ich könne dazu beitragen, Maxi im Alltag zu fördern. Endlich fühlte ich mich nicht mehr so hilflos."

Schnell machte der Bub erste Fortschritte. Die Eltern-Kind-Gruppe tat aber auch der Mutter gut. Sie fühlte sich wieder gebraucht und bekam durch die Gespräche mit anderen Betroffenen neuen Mut. "Als Maxi nach einiger Zeit auf einem Petö-Hocker sitzen konnte, alleine seinen Löffel beim Essen festhielt und sogar ein paar Schritte an einem Sprossenstuhl laufen konnte, waren wir überwältigt", erinnert sich seine Mutter.

Beim konduktiven Förderzentrum üben behinderte Kinder täglich auf spielerische Weise wichtige Bewegungsmuster. "Zuhause will Maxi nie viel üben, aber in seiner kleinen Gruppe ist er motiviert", so Kaffl.

Alle Kinder werden zusätzlich in Einzelförderungsmaßnahmen individuell gefördert. Vom ersten Kindergartentag an beschäftigt sich ein zugeteilter Konduktor mit einem Kind und bei regelmäßigen Elterngesprächen werden gemeinsame Ziele festgelegt.

Mit fünf Jahren bekam Maxi einen Sprachcomputer. So kann er sich nun schon sehr gut verständigen. Oft "spricht" er damit von seinem besten Freund, dem ebenfalls sechsjährigen Flori, und dass er schon etwas traurig ist, dass er diesen nun bald nicht mehr so oft sehen kann, weil er ja bald zur Schule geht. Allerdings ist Maxi auch unglaublich stolz, nun zu den "großen" zu gehören. Ab September besucht er eine "normale" Grundschule. Eine Konduktorin wird ihn begleiten, so könne er Integration erfahren, ohne auf weitere motorische Förderung verzichten zu müssen:

Für Maxis Eltern geht damit ein Traum in Erfüllung. Sie bestätigen aus vollem Herzen das, was ihr Sohn so gerne in seinen Sprachcomputer tippt: "Petö ist Glück für mich."

Weitere Informationen zur konduktiven Förderung unter Telefon 80 90 40

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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