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Rosenheim: Das Kuko – lieb und teuer wird saniert

Das Kuko – lieb und teuer

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Artikel: Das Kuko – lieb und teuer

Rosenheim - Einstimmig wurde das Projekt für den zweiten Bauabschnitt der Instandsetzung des Kukos beschlossen. 2016 sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein.

Bau, Projekt, Kongress, Kultur

© SCHLECKER / HEUSER

Bei der Generalsanierung des Kultur- und Kongresszentrums stehen heuer Brandschutzmaßnahmen im Vordergrund, um zum aktuellen Sicherheitsstandard aufzuschließen. Untersucht wird derzeit, wodurch die Aufblühungen an der Tiefgaragenwand unter dem Aufgang zur Plaza am Anbau verursacht wurden, auf die VKR-Geschäftsführer Peter Lutz hinweist (kleines Bild).

Insgesamt 8,3 Millionen Euro wird nach heutigem Kenntnisstand der zweite Bauabschnitt der Generalinstandsetzung des Kultur- und Kongresszentrums in den kommenden Jahren kosten. Nicht darin enthalten ist die Sanierung der Tiefgarage sowie des Hallendaches und der Fassade. Mit Ausnahme dieser beiden Bereiche würden vor dem Jahr 2031 nach derzeitigem Wissen keine weiteren Sanierungsarbeiten notwendig, hieß es im Haupt- und Finanzausschuss. Den Mitgliedern lag jetzt die Projekterweiterung der für 2012 geplanten Sanierungsarbeiten vor. In den Haushaltsansatz 2012 eingestellt waren 720 000 Euro. Die Summe musste um 353 000 Euro auf 1,07 Millionen Euro erhöht werden. Der Beschluss des Gremiums dazu erfolgte einstimmig.

Im Rahmen des ersten Bauabschnittes während der Jahre 2002 bis 2007 wurden wesentliche sicherheitsrelevante Maßnahmen wie die Erneuerung der Niederspannungshauptverteilung als auch Maßnahmen, die das Erscheinungsbild deutlich verbesserten, ausgeführt. Wegen der angespannten Haushaltslage der Stadt konnten die im ersten Bauabschnitt geplanten Maßnahmen nur zu einem Drittel realisiert werden.

Die noch ausstehenden – wie der Brandschutz – wurden in den zweiten Bauabschnitt geschoben. Die Projektgenehmigung von 2008 beinhaltete auch die Erneuerung der Brandmeldeanlage, wofür die Erstellung eines Brandschutzkonzeptes erforderlich war, was sich als sehr aufwändig erwies. Die Konsequenzen aus dem Konzept wurden in die Generalinstandsetzung integriert. Die Hauptpunkte bestehen darin, dass Flucht- und Rettungswege nicht mehr ausreichend sind. So fehlen Fluchtwege und Notausgänge aus dem großen Saal Bayern und dem kleinen Saal Chiemgau. Ferner ist erforderlich, Raumabschlussdecken und Trennwände in Brandschutzqualität zu schaffen. Des Weiteren entsprechen wichtige elektrotechnische Anlagen, wie die Brandmeldeanlage und die Sprachalarmierungsanlage, nicht mehr den heutigen Anforderungen und sind aufgrund des Alters ausfallgefährdet.

Bei den bisherigen Untersuchungen wurde festgestellt, dass verschiedene Arbeitsbereiche im Untergeschoss aufgrund von brandschutz- und arbeitsrechtlichen Vorgaben umgebaut oder verlegt werden müssen. Wesentliche Maßnahmen für den Brandschutz, die heuer durchgeführt werden, sind: Erneuerung und Einbau zusätzlicher Brandschutztüren auf den Rettungswegen, ein zweiter Fluchtweg aus dem Kleinen Saal und aus den Künstlergarderoben, Einbau von Brandschutzdecken und Brandwänden im Bereich von Flucht- und Rettungswegen, Einbau einer Vernebelungsanlage im Dachraum über Foyer und Großem Saal als Kompensation für fehlende Brandschutzdecke, Erneuerung der Brandmeldeanlage, der Sprachalarmierungsanlage, der Sicherheitsbeleuchtung, Instandsetzung der Elektrounterverteilungen, Brandschutzmaßnahmen bei Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro.

Im Rahmen der Generalinstandsetzung bis einschließlich 2016 sind die Schwerpunkte: Erneuerung der Bühnentechnik, Erneuerung der Gebäudeautomation, der Raum- und Elektroakustik, Instandsetzungen und Erneuerungen sämtlicher haustechnischen Anlagen wie Lüftung, Kälteanlage, Sprinkleranlage, Heizungs- und Sanitärzentralen. An der Tiefgarage gibt es Feuchtigkeitsschäden, die derzeit untersucht werden. Sie liegen unter dem Anbau parallel zum Aufgang auf die Plaza. Es handelt sich um Aufblühungen an der oberen Außenwand der Tiefgarage, die den Stahlbeton angreifen können. Die Sanierungsplanung und eine dazugehörige Kostenschätzung werden bis zum Frühsommer erarbeitet und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt. Dach und Fassade müssen noch nicht saniert werden. Die durchschnittliche Lebensdauer derartiger Dächer liegt bei rund 40 Jahren.

Das bedeutet, dass in zehn Jahren eine Sanierung des 1982 vollendeten Daches erforderlich sein kann. „Wir kommen nicht umhin, uns dem Thema Sicherheit zu stellen“, unterstrich Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die Dringlichkeit der Brandschutzmaßnahmen. Robert Multrus von den Freien Wählern/UP stellte die Frage in den Raum, ob angesichts der bevorstehenden Kosten ein Neubau vorstellbar sei. Baudezernent Helmut Cybulska bezifferte die Kosten auf 50 bis 70 Millionen Euro, zudem müsse ein alternativer Bauplatz gefunden werden, da der Betrieb der alten Halle während der Bauzeit weiterlaufen müsse. „Ein Neubau wäre schön, ist aber finanziell nicht darstellbar“, ließ sich CSU-Stadträtin Eleonore Dambach vernehmen, „ich bin froh, dass es mit der Sanierung weitergeht.“ „Wir haben in der Vergangenheit zu wenig repariert, wir müssen aber konkurrenzfähig bleiben.

Leider haben wir noch zu wenig Kongresse“, bemerkte Hans Raß von den Republikanern. „Wir haben unser bestes Kongress-Jahr hinter uns“, widersprach die Oberbürgermeisterin, „wir spielen in der obersten Liga und haben Auszeichnungen bekommen. Leider fehlen für große Kongresse entsprechende Hotelbetten, das ist unser Problem.“ Die Tatsache, dass in der Vergangenheit Sanierungsarbeiten am Kuko geschoben wurden, liege darin begründet, dass das Geld für Schulneubauten und -sanierungen sowie für den Bau von Kindertagesstätten gebraucht wurde, fügte Bauer an.

hh

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