So kann Freundschaft wachsen: 200 Personen umfasste die Delegation aus der Partnerstadt Ichikawa, die jetzt in Rosenheim weilte und auf dem Gartenschau-Gelände, im Hans-Schuster-Haus und auf dem Max-Josefs-Platz Einblick gab in die japanische Kultur. Ein Höhepunkt der Japantage war die Einweihung des Ichikawa-Platzes. Im Sturm eroberten die Gäste mit ihrer aufgeschlossenen Art die Herzen der Rosenheimer.

© OVB
Das ist wahre Freundschaft: Auch Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer kam zur Eröffnung der "Japantage" auf dem Gelände der Landesgartenschau im Kimono. Fotos Schlecker
Rosenheim - Schon allein das Bild, dass die japanischen Damen mit ihren farbenprächtigen Kimonos, den Sonnenschirmen und Fächern boten, faszinierte viele. Auch Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer trug bei der Eröffnung der Japantage am vergangenen Samstag diese traditionelle japanische Kleidung, sehr zur Freude von Hiroshi Okubo, Bürgermeister der Partnerstadt Ichikawa. Um den kulturellen Austausch der beiden Städte noch mehr zu untermauern, trug er eine bayerische Trachtenjacke.
"Wir wollen mit unserem Besuch in Rosenheim den Bewohnern unterschiedlichste Facetten unseres Landes näher bringen", erklärte Okubo. Gegenseitiges Verstehen sei die Grundvoraussetzung für eine gute Freundschaft.
Im Hans-Schuster-Haus standen Vorführungen vieler typisch japanischer Fertigkeiten und Vorlieben auf dem Programm. "Suibokuga" nennt sich die Kunst der Tuschemalerei, "Shodu", die Kalligrafie, "Kado" das Blumenstecken, "Origami" das Papierfalten und "Suibokuga" das Farb-Tuschezeichnen. Überall durften die Besucher selbst mitmachen. Das Urteil lautete oft: "Ganz schön schwierig". Trotzdem machte es beiden Seiten viel Spaß, sich näher zu kommen. Wo die sprachliche Verständigung versagte, klappte es oftmals mit körperlichen Einsatz.
Auf dem Gelände der Landesgartenschau wurden traditionelle japanische Tänze aufgeführt. Außerdem standen Trommel-Darbietungen und Karate-Vorführungen auf dem Programm.
Eine besondere Faszination übte an beiden Tagen die japanische Teezeremonie aus. Alles, was bei diesem Ritual passiert, hat für Japaner einen tieferen Sinn.
Jeder Teilnehmer bekam zu Beginn einen Handzettel überreicht, in dem genau beschrieben wurde, wie man etwa die Schale aus traditioneller Sicht halten oder wann man sich vor seinem Gastgeber höflich verneigen sollte. Sogar, dass man den letzten Schluck Tee laut schlürfen sollte, war darin vermerkt, sehr zur Freude einiger junger Teilnehmer. "Das will ich jetzt daheim auch immer machen", kicherte die siebenjährige Sophia. Sie fand diesen Programmpunkt der Japantage "besonders spannend."
Angetan hatten es der kleinen Rosenheimerin die beiden kunstvoll gefertigten Süßigkeiten, die zu Beginn der Teezeremonie gereicht wurden. Sie werden vor dem ersten Schluck Tee gegessen, um so dessen bitteren Geschmack abzumildern. Selbst die Form der Süßigkeiten war eine Art Botschaft. Sie stellten Wasser und Kirschblüten dar. Kirschblüten dürfen die Rosenheimer in den kommenden Jahren auch im Original jedes Frühjahr bewundern. Denn die Besucher aus Ichikawa hatten sich für ihren Besuch ein besonderes Geschenk ausgedacht. Sie brachten neun Kirschbäume mit und die wurden auf dem Ischikawa-Platz eingepflanzt. "Ich wünsche mir, dass die Rosenheimer jetzt auch jedes Jahr ein Kirschblütenfest feiern", so Ichikawas Bürgermeister.
Auch sein Amtsvorgänger Mitsuyuki Chiba nahm an der Reise nach Rosenheim teil. Für ihn gab es beim Freundschaftsabend einen besonderen Augenblick. Da wurde er von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer für seine Verdienste um die Entstehung der Partnerstadt zwischen Rosenheim und Ichikawa ausgezeichnet.
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.