Rosenheim - "Gebt uns eine Chance" - das ist der Titel und die Botschaft eines Filmprojekts von rund 25 Happinger Jugendlichen.

© Schlecker
Über ihren Stadtteil Happing haben jugendliche Filmemacher und Rapper zusammen eine Brennpunkt-Dokumentation geschaffen.
Im Rahmen der "Sozialen Stadt" haben sie einen Film über ihr Leben im Stadtteil gedreht. Betreut und angeleitet wurden sie von dem sozial engagierten Produzenten, Songschreiber und Sänger Sio Steinberger. Dabei entstanden ein Musikvideo, passende Filmmusik und ein Titelsong. Vorgestellt wurde das ungewöhnliche Projekt in der Schule Happing. Neben Vertretern der Stadt kamen auch einige Anwohner.
Immer wieder kommt es in Happing zu Ärger zwischen Jugendlichen und Anwohnern. Letztere beklagten sich in der Vergangenheit öfter über Pöbeleien und viel zu viel Lärm. "Die beschweren sich bei uns fast jeden Tag", so die Erfahrung von Angelo. Er sieht bis jetzt keinen Ausweg aus diesem Problem. "Wir haben halt keinen Treffpunkt und darum hängen wir viel auf der Straße herum", erklärt der 16-Jährige. Dabei würde er sich eines so sehr wünschen: "Die Leute, die hier wohnen, sollen uns mehr akzeptieren."
Seine Erlebnisse und seinen Frust hat Angelo nun auch in einen Film miteingebracht, der in den vergangenen Wochen in seinem Stadtteil entstanden ist. Das Werk ist eine Art Brennpunkt-Dokumentation. In Interviews wurden die Stimmen der Jugendlichen und deren Umfeld festgehalten.
Angelo war einer von rund 25 jungen Mitbürgern zwischen 14 und 19 Jahren, die ihre Mithilfe bei dem Projekt anboten. Unterstützt wurden sie bei den Dreharbeiten von Sio Steinberger in Kooperation mit Pädagogen des Stadtjugendrings. Steinberger hat in den vergangenen Jahren viele ähnliche Aktionen durchgeführt. Sein Fazit: "Damit wird das Selbstbewusstsein der jungen Menschen unwahrscheinlich gestärkt."
In dem knapp einstündigen Filmbeitrag sprechen alle Jugendlichen ganz frei über Leben, Probleme, Wünsche und Träume. Es geht dabei um Freundschaft, Familie, Schule und Integration.
Auch Angelo erzählt in dieser Dokumentation ganz offen, dass er in seinem Leben schon öfter mal "Mist gebaut hat". Er berichtet von langen Aufenthalten in Kinderheimen und von der schwierigen Beziehung zu seinen Eltern.
Einige Anwohner aus Happing verfolgten den Filmbeitrag mit großem Interesse - sehr zur Freude der jungen Filmproduzenten. "Das ist vielleicht schon einmal ein erster Schritt", meinten einige voller Hoffnung.
Begeistert von dem Projekt zeigte sich auch Zweiter Bürgermeister Anton Heindl. "Das ist eine ganz tolle Geschichte", meinte er. Die Jugendlichen würden auf diese Weise an eine sinnvolle Freizeitgestaltung und respektvolles Miteinander herangeführt.
wu/Oberbayerisches Volksblatt
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