Rosenheim - "Der Jugend gehört die Zukunft. Ohne solide Jugendarbeit haben die Vereine keine Zukunft." Das war der Grundtenor der Jahreshauptversammlung des Schützengaues Rosenheim.

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Im Blickfeld bei der Jahreshauptversammlung des Schützengaus Rosenheim (von links): Zweiter Gauschützenmeister Eberhard Nevehosteny, Hans Weißenbacher, Helmut Hofmann und Bezirksschützenmeister Eberhard Schuhmann. Foto : re
In Vertretung des erkrankten Gauschützenmeisters Albin Wied verlas Zweiter Gauschützenmeister Gerhard Nevehosteny vor den Vertretern von über 60 Schützenvereinen dessen Bericht über zahlreiche gut besuchte Veranstaltungen im Gau. Kritisch seien die sinkenden Mitgliederzahlen. So habe der Schützengau Rosenheim im vergangenen Jahr einen Mitgliederschwund von 194 Personen zu beklagen.
Dabei sei besonders der Rückgang im Nachwuchsbereich schmerzlich. Viele Vereine betrieben keine oder sehr wenig Nachwuchsarbeit. Man müsse sich, so schrieb Wied, selbst fragen, woran es liege. Es seien genügend ausgebildete Trainer und Betreuer in den Vereinen. Die Vereine müssten ihre Möglichkeiten ausschöpfen, um Werbung für ihren Sport zu machen. Eltern und Kinder sollen spüren, dass sie dort gut aufgehoben seien. "Ohne Nachwuchsarbeit ist der Fortbestand unserer Vereine gefährdet", mahnte Wied.
Den Bericht des Sportleiters Jürgen Kudlacek verlas Gauschriftführerin Sigrid Liegl. Bei den laufenden Gaumeisterschaften seien 700 Sportler mit mehr als 1000 Starts in über 20 Disziplinen aus 40 Vereinen am Start.
Bei den Gaumeisterschaften gehen 2012 insgesamt 216 Nachwuchsschützen in 10 Disziplinen an den Start. Dabei sind auch über 30 Bogenschützen, die sich zur Meisterschaft angemeldet haben. "Der Bogensport macht den Gau Rosenheim europaweit bekannt" so Hofmann. Der Schießsport könne von Jugend an bis ins hohe Alter betrieben werden. Die Jüngsten gingen mit einem Lichtgewehr, also einem "Sportgerät", bei dem kein Projektil verschossen wird, an den Start, und der älteste Starter bei den Gaumeisterschaften mit dem Luftgewehr, Ernst Lettenbichler von der SG Wendelstein Bad Feilnbach, ist 83 Jahre alt. Er wurde von Hofmann mit der "Verdienstnadel der Schützenjugend" geehrt.
Gau-Schatzmeister Hans Haag berichtete über stetig steigende Kosten, konnte aber seinen Haushaltsplan einhalten. Der Haushaltsplan für 2012 wurde einstimmig angenommen.
Bezirksschützenmeister Eberhard Schuhmann richtete bei seinem Appell an die anwesenden Vereinsvertreter das Augenmerk auf die Jugendarbeit. "Die Medien sind dem Schützensport nicht immer gut gesonnen", so Schuhmann, "und auch manche Lehrer stellen Schüler, die sich zu ihrem Schützenverein bekennen, an den Rand."
Bundesweite "Tage der offenen Schießstände" im Herbst sollen Vorurteile aus dem Weg räumen und den Schießsport ins richtige Licht rücken. "Bindet junge Menschen in eure Vereine ein. Sie sind es, welche die Vereine in der Zukunft führen und Verantwortung übernehmen sollen", so Schuhmann. Besonders lobte er die Aktivitäten im Bogensport und im Sommerbiathlon. Hier könne der Schützensport von der Euphorie um den Winterbiathlon profitieren. Abschließend nahm Schuhmann zusammen mit Nevehosteny zwei Ehrungen vor: Sommerbiathlon-Bezirkstrainer Hans Weißenbacher erhielt die Verdienstnadel des Bezirkes Oberbayern und Helmut Hofmann die "Goldene Gams" des Bezirkes Oberbayern "in Würdigung der besonderen Verdienste um das oberbayerische Schützenwesen und Wahrung des Brauchtums". Zum Abschluss wies Nevehosteny auf die Bezirkswallfahrt am 15. Juli in Rott und den Bayerischen Schützentag hin, der am 20./21. April in Wasserburg stattfindet. re
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