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Abschied vom Hochhaus

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Noch im Februar soll es losgehen mit dem Abriss des ehemaligen Capitol-Kinogebäudes an der Prinzregentenstraße.

So sah der ursprüngliche Plan aus: Ein zehnstöckiges Hochhaus an der Stelle des alten Kinos.

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So sah der ursprüngliche Plan aus: Ein zehnstöckiges Hochhaus an der Stelle des alten Kinos.

Von der dort zunächst geplanten futuristischen Hochhausplanung haben sich die Investoren inzwischen mehr oder weniger verabschiedet. Im Gespräch ist derzeit der Bau von drei konventionellen Gebäuden. Die Diskussion um einen Hochhausbau auf dem Capitol-Grundstück hatte auch andere Grundstücksbesitzer auf den Plan gerufen, nach dem Motto „Wenn der das darf, will ich das auch“. Aus der unmittelbaren Nachbarschaft in der Prinzregentenstraße hatte ein Grundstücksbesitzer eine konkrete Anfrage gestellt. „Wir gehen davon aus, dass dies ernst gemeint und nicht nur der Versuch war, das Hochhaus auf dem Capitol-Grundstück zu torpedieren“, sagt Baudezernent Helmut Cybulska.

Um einen Hochhaus-Wildwuchs in der Stadt zu verhindern, wurde deshalb zunächst ein Gutachten erarbeitet mit Kriterien für Standorte, an denen solche Bauten denkbar wären. Das dauerte der Bauherrin, der KSS Immobilien-Gesellschaft, zu lange. Außerdem befürchtete die Bauherrin, mit dem Gutachten sei es wohl nicht getan. Aus Sicht von Johannes Sewald, einem der Geschäftsführer, wäre noch mit einer „breiten Diskussion mit den Bürgern“ zu rechnen gewesen, die das Ganze in die Länge gezogen hätte: „Wir müssen aber auch an die Wirtschaftlichkeit denken.“ Die sei nur gewährleistet, wenn KSS bald bauen und die gekauften Grundstücke nutzen könne.

„Unser Herz hängt noch an dem zehnstöckigen Wohnturm, mit dieser Architektur hätten wir in Rosenheim ein Zeichen gesetzt“, gesteht Sebald. Um die Sache aber ins Laufen zu bringen, hat die Gesellschaft inzwischen einen Plan eingereicht, der drei Gebäude zeigt, eines an der Prinzregentenstraße, eines an der Samerstraße und eines dazwischen, dazu eine Tiefgarage. Sewald geht davon aus, dass zur Umsetzung keine weiteren Vorplanungen notwendig sind, sondern eine Genehmigung nach Paragraf 34 der Baunutzungsverordnung möglich ist. Diese besagt, dass innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile ein Vorhaben zulässig ist, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt. In diesem Fall ist die Umgebung geprägt von Villen, größeren alten Stadthäusern und älteren Siedlungshäuschen.

Die Höhenentwicklung an der Prinzegentenstraße soll an die Bebauung des benachbarten Eckgebäudes angeglichen werden, in dem das „Cafetscherl“ untergebracht ist. Viele andere Dinge sind noch zu klären, insbesondere der Umfang des gesamten Vorhabens.

Vorgesehen sind nach wie vor Wohnungen und gewerbliche Nutzung. Wie viele Wohnungen es insgesamt sein könnten, steht noch nicht fest. Zwei Dutzend sollen es nach Sewalds Worten auf jeden Fall sein. Die Wohnlage sei unglaublich gefragt. Allein nach der Veröf- fentlichung der vorherigen Pläne für den Wohnturm haben sich 120 Interessenten mit konkreten Anfragen gemeldet, die es reizvoll gefunden hätten, an dieser Stelle auf „höherer Ebene“ zu wohnen.

Das Bauamt wird den Bau- und Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag dieser Woche über den Stand der Dinge in Kenntnis setzen. Auch das Hochhausgutachten liegt inzwischen vor. Nach einigen noch notwendigen Auswertungen wird es dem Ausschuss im März vorgestellt.

Soviel kann der Baudezernent aber jetzt schon sagen: „Es deutet nichts darauf hin, dass mit einer Hochhaus- Massierung am Rand der Altstadt zu rechnen ist.“ Was das Capitol-Grundstück angehe, gehöre es eher nicht zu den besonders guten Standorten, wo man sich ein Hochhaus vorstellen könne. Die neue Eingabe von KSS- Immobilien wird derzeit im Bauamt beraten und soll gleichfalls in der März-Sitzung des Bauausschusses auf die Tagesordnung kommen.

Sewald sagt, es erfordere ein Stück Mut, in einer Stadt wie Rosenheim ein Hochhaus zu bauen. Man werde das Thema gerne wieder aufgreifen, wenn es angebracht erscheint. Selbstverständlich würden die Behnisch-Architekten, die auch das Hochhaus geplant hatten, wieder auf eine qualitative Gestaltung achten. Wenn der Ausschuss im März die Planung akzeptieren sollte, sei ein Baubeginn in der zweiten Jahreshälfte 2012 denkbar und die Fertigstellung Ende 2012/Anfang 2014.

Oberbayerisches Volksblatt

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