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Deutscher Vizemeister kommt aus Rosenheim

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Dr. Uli Straßer aus Rosenheim ist deutscher Vizemeister 2011 im Streckenfliegen in der Sportklasse der Gleitschirme. Nur Dietmar Siglbauer aus Wonneberg schaffte mehr Flugkilometer. Den dritten Platz holte sich der Siegsdorfer Torsten Hahne.

Bei schönem Wetter wimmelt es am Himmel von Streckenfliegern.

© OVB

Bei schönem Wetter wimmelt es am Himmel von Streckenfliegern.

In der Sportklasse beim Gleitschirmfliegen hat Sicherheit verbunden mit Flugleistung höchste Priorität. Die in dieser Kategorie erlaubten Fluggeräte werden durch entsprechende Prüfverfahren zertifiziert und reizen das aerodynamisch Mögliche zu Gunsten einer höheren Sicherheit nicht vollständig aus.

Trotz des wechselhaften Sommers erzielte der promivierte Maschinenbau-Ingenieur hervorragende Flugleistungen. Mit einem 196-km-Dreieck Ende April vom heimischen Hochfelln setzte der Rosenheimer schon ein deutliches Zeichen und verschaffte sich eine gute Ausgangsposition für den bis Mitte September laufenden Wettbewerb. Nach zwei weiteren Dreiecksflügen über 188 Kilometer, ebenfalls vom Hochfelln und 190 Kilometer in Fiesch (Schweiz) war der Vizemeistertitel sicher.

Uli Straßer zu seinem Erfolg: "Nach dem guten Start im April war die Hoffnung auf weitere herausragende Streckenflugtage in den normalerweise wegen der Thermikdauer ergiebigsten Monaten Mai bis Juli groß. Leider hat der diesjährige Sommer aber nicht das gehalten, was der April versprochen hat und so hatte ich kaum Gelegenheit, den Rückstand auf Dietmar Siglbauer wett zu machen, der mit einem gewaltigen 235-Kilometer-Dreieck, geflogen im Mai in Südtirol, die Nase vorne hatte". Ende Juni wurde es noch einmal spannend, als Straßer mit einem weiten Flug im Wallis (Schweiz) über die vergletscherten Viertausender den Rückstand etwas verkürzen konnte, aber dann wurde das Wetter wieder unbeständiger und die Zeit lief davon. Letzte Konterversuche Ende August fielen der jahreszeitlich bedingt verkürzten Sonneneinstrahlung zum Opfer und so wurde Siglbauer dieses Jahr verdienter Sieger. Aber die Saison 2011/12 hat schon begonnen und die Motivation ist bei Straßer ungebrochen.

Die deutsche Meisterschaft erstreckt sich über ein Jahr, wobei die drei besten Flüge eines jeden Teilnehmers gewertet werden. Nur eine konstante Leistung unter ständig wechselnden Bedingungen über die ganze Saison bringt hier einen Erfolg. Um in die vorderen Plätze zu fliegen, müssen die Piloten Strecken um die 200 Kilometer zurücklegen und diesen Flug anhand von GPS-Aufzeichnungen dokumentieren. Ein GPS-Gerät ermittelt mit Hilfe von Satelliten den aktuellen Standort und speichert die gesamte Flugroute ab. Die Strecken werden oft am selben Abend über das Internet eingegeben und können im 3D-Format von jedermann nachvollzogen werden. Diese stark vereinfachte Form der Dokumentation - früher mussten die Wegpunkte aus der Luft fotografiert werden - ließ die Teilnehmerzahlen beim DHV-XC des Deutschen Hängegleiterverbandes (DHV) explodieren. So reichten in den verschiedenen Klassen insgesamt an die 3500 deutsche Piloten etwa 71000 Flüge mit einer geflogenen Leistung von weit über einer Million Kilometern ein. Alle Flüge und Wertungen können auf der Homepage des Deutschen Hängegleiterverbandes (www.dhv.de) angeschaut werden.

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