011.01.12|Segeln|Segeln|
Drucken|Empfehlen|Schrift
a
/
A||recommendbutton_count130
Die unglaubliche Olympia-Ausscheidung, bei der Anfang Dezember die beiden 470er-Seglerinnen Tina Lutz (Chiemsee Yacht Club) und Susann Beucke (Hannoverscher Yacht Club) zwar das Ticket für die Olympischen Spiele für Deutschland gelöst haben, aber selbst nicht fahren werden, hat ein Nachspiel. Die deutsche Teilnahme mussten sie gegen heftigste und grenzwertige Attacken aus dem eigenen Lager durch die Berliner Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher erkämpfen.

© OVB
Susann Beucke und Tina Lutz dürfen vielleicht doch noch auf eine faire Entscheidung in Sachen Olympia-Qualifikation hoffen. Foto Blum
Als Kadelbach/Belcher im entscheidenden letzten Rennen in Australien um die deutsche nationale Ausscheidung keine Chance mehr sahen, griffen sie die mittlerweile weit vorn liegenden Lutz/Beucke zwar regelgerecht an, hinderten diese jedoch damit beinahe, für Deutschland überhaupt eine Qualifikation zu erlangen. Knapp schafften es Lutz/ Beucke doch - fahren aber nicht selbst nach London. Durch eine Punktewertung sind Kadelbach/Belcher die Starter für die Sommerspiele.
Fassungslos sahen sich zwischenzeitlich alle beteiligten, Verbandsfunktionäre und deutsche Segelgrößen die Videos der Wettfahrten an, die das zielgerichtete destruktive "Match-Race" von Kadelbach/Belcher zeigten. Sympathiebekundungen bekommen die beiden jungen Sportlerinnen von fast allen Segelkoryphäen Deutschlands. Alle Seiten drängen auf eine Auflösung der vom Deutschen Seglerverband zu einfach formulierten Ausscheidungskriterien, die den direkten Angriff des Berliner Teams erst ermöglichten.
Hans Vogt, Olympia-Teilnehmer im Starboot, meint: "So kann das nicht bleiben. Segeln ist der Teamsport schlechthin. Dieser Ruf steht auf dem Spiel." Vincent Hosch, Profisegler und ein Clubkamerad der beiden jungen Mädchen, fordert zur Problemlösung: "Eine Streichung dieser Ausscheidung, beziehungsweise eine Wiederholung an anderer Stelle wäre wünschenswert."
Hinter den Kulissen steht nichts still. Da zerbricht sich nicht nur der Deutsche Seglerverband den Kopf, auch das Sailing Team Germany, die professionalisierte Nationalmannschaft, strebt nach einer Lösung. Alle hoffen auf eine schnelle und faire Entscheidung des DSV. Dazu gibt es in den nächsten Tagen einige Sitzungen. blu

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

