Vampire sind ein Mythos - doch im Schloss des rumänischen Städtchens Bran soll der berühmteste von ihnen gehaust haben und zwar angeblich Graf Dracula persönlich.

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Ein Hort des Schreckens? Historiker bezweifeln, dass Vlad der Pfähler je auf Schloss Bran gelebt hat.
Der Lockruf des Grafen ist stark, auch nach all den Jahrhunderten. Vielleicht war er nie stärker. In Scharen folgen ihm die Besucher in die kleine Stadt Bran in Rumänien, über der sich das Schloss erhebt, in dem er einst hauste. So will es die Legende, so wollen es die Vermarkter, und so wollen es die Touristen. “Schau, Vanya, da ist es“, ruft eine russische Frau in Haremshosen. “Draculas Schloss!“
Hunderte fröhlicher Vampirjäger drängen sich an diesem milden Samstag durch das Stadtzentrum. Einige tragen Baseballmützen mit Vampirmotiven, während sie Souvenirs kaufen, Bier in Cafés trinken oder vor dem Horrorkino anstehen. Den Eisverkäufern gehen die Vorräte aus. Das Geschäft mit den Blutsaugern brummt.
“Am Anfang war es nicht einfach“, sagt Szalinski. Als er das Haus der Schrecken eröffnete, reagierten die Einheimischen wenig begeistert. “Dracula heißt Teufel auf Rumänisch“, erklärt er. Manche hätten gefragt, ob er ein Teufelshaus betreiben wolle. Erst als ein orthodoxer Priester das Haus segnete, entspannte sich der Konflikt.
Auf einem Mitternachtsball können sich die Teilnehmer schließlich selbst furchterregend kostümieren. Manche Rumänen kritisieren die Vermarktung Draculas als Touristenattraktion. “Es zieht die Touristen weg von Gegenden, die Entwicklung brauchen“, sagt Teofil Vanciuc, der im Kreis Maramures in Nordrumänien Touren veranstaltet. Für Janusz Szalinski dagegen ist der Graf der perfekte Touristenmagnet: “Dracula ist das einzige, was die Welt von Rumänien weiß“, sagt er. “Aber wenn die Leute hierher kommen, stellen sie fest, dass es viel mehr gibt als Vampire.“
Stefan Korshak, dpa
Schloss www.brancastlemuseum.ro



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