Niederbergkirchen - Es hörte sich alles so schlüssig an: Eine Bürgersolaranlage, die jedem Bürger auch ohne eigene Mittel eine Aufstockung der Rente bedeutet hätte.

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Schatten liegen über dem Sonnendorf Niederbergkirchen: Der erste Anlauf eines sozialen Bürgersolarparks scheiterte an den fehlenden Grundstücken. Hans Holz will aber noch nicht aufgeben.
Die Banken spielten mit und auch das Landratsamt hatte dem Projekt seinen Segen geben. Alleine an den Grundstücken ist das Projekt jetzt gescheitert. Die Projektgruppe hat ihre Bemühungen um einen Solarpark in Niederbergkirchen auf Eis gelegt.
Euphorisch hatte in der vergangenen Woche Willi Lutz noch geklungen, als er vom Treffen im Landratsamt berichtete. "Keine Einwände", lautete das klare Signal in Richtung Niederbergkirchen, was die Bürgersolaranlage in Niederbergkirchen betrifft, erklärte das Mitglied der Projektgruppe, die Sonnenstrom in Sozialstrom verwandeln wollte. Jeder Niederbergkirchener, auch ohne eigenes Kapital, sollte vom Solarstrom profitieren und damit seine Haushaltskasse aufstocken können, zumal die Projektgruppe auch die Zusage der Banken in der Tasche hatte. Die Umsetzung hätte auch der Gemeinde gut getan: Schließlich wären durch den Solarpark auch Gewerbesteuereinnahmen für die verschuldete Gemeinde generiert worden. Entlang der Schiene auf sogenannten Konversionsflächen, die es beidseits von Bahngleisen gibt, sollte der Solarpark entstehen. Am Wochenende hatte die Projektgruppe noch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet, ein Gesellschaftervertrag war formuliert, die Einlagen definiert. Sie sollte die Basis bilden, um in die nächste Planungsphase dieses Vorhaben einzusteigen. Schließlich sollte der Solarpark bei entsprechender Bürgerbeteiligung in eine Genossenschaft umgewandelt werden.
Wie Willi Lutz, der auch Gemeinderat ist, in der Sitzung deutlich machte, habe sich für ihn der Solarpark in Niederbergkirchen erledigt, da die Akzeptanz der Anwohner im Ortsteil Sarling nicht gegeben und dadurch auch ein Grunderwerb ausgeschlossen gewesen sei. Das Projekt auf einer anderen Flächen durchziehen, beschrieb Lutz als schwierig, da es gelte Banken, Behörden und schließlich auch die Wirtschaftlichkeit - die Bundesregierung will ab Juli die Einspeisevergütung kürzen - unter einen Hut zu bringen.
Lutz machte in der Sitzung enttäuscht deutlich, dass die Chancen, die sich aus diesem Projekt ergeben hätten, bei der Bevölkerung offensichtlich nicht angekommen seien. Zumal er Möglichkeiten der sozialen Absicherung der Gemeinde gesehen habe, was etwa den Betrieb von Kindergarten und Schule betrifft. "Der Solarstrom wird damit nicht zum Sozialstrom", bedauerte Lutz, der zusammen mit Fotovoltaikexperte Hans Holz und Wolfgang Wegener dieses Projekt angestoßen hatte.
Mitstreiter Hans Holz erklärte, dass das Projekt für ihn noch nicht gestorben, vielmehr auf Eis gelegt sei. "Jetzt ist erst Mal Wunden lecken angesagt." Man habe das Projekt offenbar etwas zu hektisch angepackt, weil die Solaranlage noch vor dem 1. Juli ans Netz gehen sollte. Dann nämlich wird seitens der Bundesregierung die Einspeisevergütung für Freiflächenanlagen von bislang 18,6 Cent pro Kilowattstunde auf 16 Cent reduziert, weiß Holz.
Das vorzeitige Scheitern des Projekts bedauert er, zumal es gegenwärtig "der günstigste Zeitpunkt gewesen wäre, um eine Anlage am wirtschaftlichsten zu betreiben", betont Holz. Er rechnet vor, dass eine Anlage auf dem Dach, die jetzt installiert würde, in fünfeinhalb bis sechs Jahren abbezahlt sei. Eine Freiflächenanlage, deren Strom weniger hoch vergütet wird, hätte sich in elf Jahren amortisiert, so der Solarexperte des Landkreises. "Für eine Großflächenanlage zahlt man gegenwärtig 1350 Euro pro Kilowatt", so Holz weiter.
Er möchte auf jeden Fall am Ball bleiben, werde das Gespräch mit den Niederbergkirchenern suchen, um die soziale Idee vom Solarstrom doch noch in die Tat umzusetzen.
je/Neumarkter Anzeiger
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