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Erharting: Netto-Logistikzentrum: Kobler: Standort war kein Geheimnis

Kobler: Standort war kein Geheimnis

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Erharting - Erhartings Bürgermeister Georg Kobler kritisiert die Vorgehensweise seines Töginger Amtskollegen Horst Krebes. Krebes hatte sich in der Töginger Stadtratssitzung darüber beklagt, dass er bei den Planungen für das Logistikzentrum in Erharting nicht an den Vorgesprächen beteiligt worden sei.

Wie am Freitag berichtet wäre Krebes "nicht beleidigt gewesen", wenn man ihn von Mühldorfer oder Erhartinger Seite her an entsprechenden Gesprächen beteiligt hätte. Über dieses Verhalten sei er "enttäuscht", zumal die Stadt Töging nun im Wasserschutzgebiet die Leidtragende sei. "Wir haben nichts von den angepriesenen Arbeitsplätzen und schon gar nichts von der Gewerbesteuer."

Erhartings Bürgermeister Georg Kobler sagte dazu, dass Krebes von Beginn an über die Planungen von Netto informiert gewesen sei. Das sei bereits im April 2010 der Fall gewesen, als es um eine mögliche Ansiedelung des Logistikzentrums zwischen Töging und Erharting ging.

1. Plan war zwischen Erharting und Töging

Der Standort sollte auf Erhartinger Gemeindegebiet südlich der Autobahn sein, jedoch im Töginger Wasserschutzgebiet der Zone III. "Durch einen Zweckverband mit Erharting und Mühldorf hätte Töging mit einem Gewerbesteuer-Anteil einen Ausgleich für den Verzicht auf einen Teil des Wasserschutzgebietes erhalten", berichtete der Mühldorfer Anzeiger damals.

Eine Vereinbarung, auf die sich Krebes eingelassen hätte. Nachdem aber die Planungen über den Bau eines Logistikzentrums auf Betreiben der CSU-Stadtratsfraktion in Töging öffentlich diskutiert wurden, wurde dieser Standort plötzlich nicht weiter verfolgt. Die Töginger CSU musste sich daraufhin den Vorwurf von Zweitem Bürgermeister Bastian Höcketstaller (SPD) gefallen lassen, sie hätte die damals angekündigten 400 Arbeitsplätze "verbockt".

Umso verwunderter zeigt sich nun Erhartings Bürgermeister Kobler darüber, dass Krebes noch vor zwei Jahren keine Einwände gegen eine Ansiedelung von Netto im Wasserschutzgebiet hatte, jetzt aber plötzlich Bedenken gegenüber dem Standort anmelde, der in einer Wasserschutzzone derselben Kategorie angedacht ist.

Mettenheimer Gruppe war die Alternative

Wie Krebes dazu erklärt, hätte die Stadt Töging im Falle einer Ansiedelung des Logistikzentrums zwischen Töging und Erharting im Rahmen einer Zweckvereinbarung auf die Aufrechterhaltung des Wasserschutzgebietes verzichtet. Alternative sei ein Anschluss an die Mettenheimer Gruppe gewesen, um die Versorgung Tögings mit sauberem Trinkwasser sicherzustellen. "Damit wäre man den Sorgen aus dem Weg gegangen", sagte Krebes gestern auf Anfrage. Dennoch habe sich der Stadtrat damals für die Beibehaltung der eigenen Wasserversorgung mit einem entsprechenden Konzept ausgesprochen, Gegenstimmen habe es nur von Bastian Höcketstaller und Günter Zellner (beide SPD) gegeben.

Den Einwand gegen den aktuell geplanten Standort des Netto-Logistikzentrums bei Maxing begründet Krebes damit, dass man bereits mit erheblichen Einschränkungen im Töginger Wasserschutzgebiet konfrontiert sei: die geplante Tankstelle bei Frixing, eine Schweinezucht in deren unmittelbarer Nachbarschaft, dazu jede Menge landwirtschaftliche Flächen.

Krebes: Wir sind mit Fakten konfrontiert

Dass die Gemeinde Erharting bereits während der öffentlichen Planauslegung das Gespräch mit Behörden gesucht habe, will er aus der Zeitung erfahren haben. Ein solches Gespräch mit der Stadt Töging habe er vermisst. "Ich habe vom Standort erst erfahren, als wir die Pläne erhalten haben", ärgert er sich. "Jetzt sind wir mit Fakten konfrontiert mit möglichen Beeinträchtigungen unseres Trinkwassers."

Ein Informationsdefizit will Erhartings Bürgermeister Georg Kobler dennoch nicht gelten lassen. Im Rahmen der Beteiligung öffentlicher Belange sei aktuell auch die Stadt Töging zu einer Stellungnahme herangezogen worden. Die Planungen, dass in Erharting ein Logistikzentrum entstehen soll, sei ebenfalls kein Geheimnis gewesen. Krebes wisse seit Bekanntwerden des möglichen Standorts im Mai 2011 davon.

re/Neumarkter Anzeiger

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