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Proteste gegen angebliche Koranverbrennun durch US-Truppen

Koran brennt: Proteste gegen US-Truppen

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Kabul - Afghanen werfen US-Soldaten vor, den Koran verbrannt zu haben. Die Isaf entschuldigt sich für eine “unangemessene Entsorgung“, die keine Absicht gewesen sei. Demonstranten fordern “Tod den Amerikanern“.

© dpa

Aufgebrachte Afghanen demonstrieren, nachdem US-Truppen angeblich einen Koran verbrannt hatten.

Die angebliche Verbrennung des Korans durch US-Soldaten in Afghanistan hat am Dienstag wütende Proteste ausgelöst. Vor dem Stützpunkt in Bagram versammelten sich nach Behördenangaben knapp 3000 Demonstranten, die “Tod den Amerikanern“ skandierten. Die Internationale Schutztruppe Isaf räumte ein, dass Soldaten in Bagram muslimische Schriften wie den Koran “unangemessen entsorgt“ hätten. Isaf-Kommandeur John Allen entschuldigte sich und betonte, die Soldaten hätten nicht vorsätzlich gehandelt.

US-Truppen verbrennen angeblich Koran - Wütende Proteste in Afghanistan

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Die Sprecherin der Regierung der Provinz Parwan, Roschana Chalid, sagte, auf der US-Basis arbeitende Afghanen hätten angebrannte Koran-Exemplare von dort mitgebracht. Muslimen gilt die Verbrennung sowie jede andere Schändung des Korans als Todsünde.

Ein Teilnehmer an den Protesten namens Sami Ullah sagte, ein Demonstrant sei von Soldaten angeschossen worden. Nach Isaf-Angaben wurde “nicht-tödliche Munition“ zur Auflösung der Menge eingesetzt. Parwans Vizepolizeichef Sia ul Rahman sagte, US-Soldaten hätten 13 Menschen mit Gummigeschossen leicht verletzt. Niemand sei getötet worden. Die Polizei habe die Lage unter Kontrolle. Die US-Botschaft in Kabul warnte vor Demonstrationen in den kommenden Tagen.

Isaf-Kommandeur Allen sagte, die Schutztruppe werde dafür sorgen, dass ein solcher Fall nicht erneut vorkomme. “Das sichergestellte Material wird ordnungsgemäß durch die entsprechenden religiösen Obrigkeiten gehandhabt werden.“ Die Isaf machte keine Angaben, warum religiöse Schriften wie der Koran auf der Basis lagerten. Allerdings unterhalten die US-Truppen in Bagram ein umstrittenes Gefängnis. Häftlingen wird dort der Koran zur Verfügung gestellt.

Im vergangenen Frühjahr waren in Afghanistan bei tagelangen Protesten gegen die Koran-Verbrennung eines Predigers in Florida 23 Menschen ums Leben gekommen, darunter sieben ausländische UN- Mitarbeiter. 2005 hatte ein später zurückgezogener Medienbericht über eine angebliche Schändung des Korans im US-Gefangenenlager Guantanamo schwere antiamerikanische Proteste ausgelöst. Bei Unruhen waren damals in Afghanistan und Pakistan insgesamt 17 Menschen gestorben.

Bei einem Zusammenstoß zwischen Isaf-Soldaten und afghanischen Polizisten in der südafghanischen Provinz Kandahar wurde unterdessen ein Albaner getötet. Das Büro des Provinzgouverneurs teilte am Dienstag mit, beim Verteilen von Schreibmaterial an einer Schule sei es am Vorabend zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung und dann zu Schüssen gekommen. Ein albanischer Soldat sei getötet, zwei weitere seien verletzt worden. Auch ein US-Soldat sei verwundet worden. Die beteiligten Polizisten seien festgenommen worden.

Die Isaf teilte lediglich mit, ein Angreifer in Polizeiuniform habe einen Isaf-Soldaten erschossen. In den vergangenen Monaten häufen sich Angriffe afghanischer Sicherheitskräfte auf Isaf- Angehörige. Oft bleibt unklar, ob es sich bei den Attentätern um sogenannte Schläfer von Aufständischen-Gruppen wie den Taliban handelt oder ob andere Motive hinter den Angriffen stehen.

Vor einem Monat hatte ein afghanischer Soldat vier französische Kameraden erschossen. Präsident Nicolas Sarkozy drohte daraufhin mit einem vorzeitigen Truppenabzug vom Hindukusch.

Taliban-Kämpfer enthaupteten unterdessen nach Angaben der Behörden in der südafghanischen Provinz Helmand vier Zivilisten. Die Aufständischen hätten den Opfern fälschlicherweise vorgeworfen, für die Regierung und die internationalen Truppen zu spionieren, teilte Helmands Provinzregierung mit.

dpa

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