München - Regisseur George Clooney inszeniert mit „The Ides of March“ einen provokant-ehrlichen Polit-Thriller. Sehen Sie hier den Kinotrailer und die Filmkritik.

© Tobis Film/dapd
George Clooney
| Name: | The Ides of March - Tage des Verrats |
| Regisseur: | George Clooney |
| Schauspieler: | Ryan Gosling, George Clooney, Paul Giamatti |
| Jahr: | 2011 |
| Länge: | 101 |
| Land: | USA |
| Genre: | Drama |
| Verleih: | Tobis |
| Starttermin: | 22.12.11 |

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Frei nach einem Theaterstück von Beau Willimon wirft Co-Autor George Clooney in seiner vierten Regiearbeit einen bitterbösen Blick auf den Backstage-Bereich der US-Politik – und schildert den Wahlkampf als eine Mischung aus Schlangengrube, Minenfeld und Intrigantenstadl. Die visuelle Gestaltung ist nicht so einfallsreich wie etwa in „Good Night, and Good Luck“: Clooney inszeniert zwar wie immer souverän, aber zurückhaltender; er konzentriert sich ganz auf die scharfzüngigen Dialoge und die brillanten Schauspieler – was hier durchaus nicht die schlechteste Taktik ist.
In der Rolle des smarten Strippenziehers Stephen erweist sich Ryan Gosling („Blue Valentine“), der in fast jeder Szene des Films zu sehen ist, einmal mehr als bester Darsteller seiner Generation – die Korruption des jungen Idealisten, seine Wandlung zum kaltblütigen Zyniker, vollzieht er mit geradezu schockierender Glaubwürdigkeit. George Clooney demontiert lustvoll sein eigenes Saubermann-Image: als liberaler Gouverneur mit vernünftigen Ideen, aber einem fatalen Faible für Frischfleisch in Gestalt der gewieften Praktikantin Molly, überzeugend verkörpert von Evan Rachel Wood („Dreizehn“). Komplettiert wird das grandiose Ensemble durch Marisa Tomei („The Wrestler“) als taffe Reporterin, Philip Seymour Hoffman („Capote“) als loyaler Kampagnenleiter und Paul Giamatti („Sideways“) als dessen diabolischer Gegenspieler.
Nicht zufällig verweist der Filmtitel auf die Ermordung Caesars durch seinen Ziehsohn Brutus: Clooneys packender, provokanter Polit-Thriller raubt alle Illusionen über vermeindliche Lichtgestalten und zeigt eindrucksvoll, dass man in der Politik nur ganz nach oben kommt, wenn man sämtliche Skrupel über Bord wirft und sich auf schmutzige Deals einlässt. Wir fordern: Clooney for President!
Marco Schmidt



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