München - Als Edmund Stoiber träumt er vom Comeback auf die große Bühne, als Schlagerstar von 1000 Takten Tinnitus: Kabarettist Wolfgang Krebs hat die Lacher seines neuen Programms auf seiner Seite.

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Wolfgang Krebs Paraderolle: Edmund Stoiber
Wolfgang Krebs hat Lampenfieber. Eine Stunde vor Beginn der Premiere im ausverkauften Münchner “Schlachthof“ geht der Kabarettist durch die Reihen, begrüßt einige Freunde, umarmt seinen Schauspiellehrer Olaf Kraetke und bleibt eine kleine Ewigkeit in der Hocke vor dessen Tisch. “Drei Mann in einem Dings“ heißt das neue Programm des Stoiber-Imitators Krebs.
Seit der Vorpremiere in Schwangau hat er noch an dem Auftritt gefeilt: “Wo stolpert man drüber? Was kommt bei den Leuten an? Ich hab's noch ein wenig verdichtet“, sagt Krebs. Am Donnerstagmorgen war er noch beim Schlosser, damit das Bühnenbild stabiler steht. Am Abend erscheint der Künstler dann als Kapitän Horst Seehofer auf der Bühne, auf “Wahlfang für die CSU/CSU“, mit breitem Lachen: “Danke für den Applaus, ich weiß mich wirklich zu schätzen.“
Bundespräsident Christian Wulff dagegen bekommt sein Fett weg. “Wir in Bayern haben die Amigos erfunden. Alles andere ist ein Plagiat“, empört sich Ministerpräsident Seehofer alias Krebs. Und nach fliegendem Perückenwechsel doziert er als Seehofer-Vorgänger Edmund Stoiber: “Wulff entwickelt sich immer mehr vom Problem- zum Schadpräsidenten.“
Dennoch ist Wolfgang Krebs' neues Programm “weniger politisch als früher. Ich hab auch einfach Unterhaltungsteile drin, damit jeder was davon hat“, erklärt er. Dafür hat er neue Figuren wie den schwäbischen Alleinunterhalter Meggy Montana eingebaut, einen Schönling mit blonder Mähne und dem Motto “Fröhlicher Klang aus Nesselwang“. Krebs erklärt: “Figuren, die mir das Überleben sichern. Mein Ziel ist es, der bayerische Hape Kerkeling zu werden.“
Beim Münchner Publikum findet Meggy Montana jedenfalls begeisterten Anklang. Die Zuschauer halten sich vor Lachen, als der Sänger sein erstes Album “1000 Takte Tinnitus“ anpreist und seinen völkerverbindenden, aber leider noch erfolglosen Hit zum Besten gibt: “Wenn die Bouzuki spielt am Montepulciano“.
Originell sind auch die Werbespots, die der frühere Radiomann und TV-Marketingexperte Krebs zwischen den einzelnen Auftritten einstreut - witzige Parodien der Reklameblöcke, die jeder täglich im Rundfunk hören kann. “Entlarvend, das tut schon fast weh“, sagt Schauspiellehrer Kraetke. Auch ihm gefällt Krebs' neues Programm “ausgezeichnet. Absolut fantastisch ist sein Stoiber.“
Der langjährige Ministerpräsident, CSU-Vorsitzende und “Ehrenspühlfiehrer“ Stoiber sagt mit erhobenem Zeigefinger: “Also wenn sie vom Hauptbahnhof ... äh“, und das Publikum lacht. “Also im Grunde fünf Minuten!“, ruft Stoiber erregt hinterher, und die Zuschauer prusten los. “Sie meinen, wie ich verstehe!“ setzt Stoiber alias Krebs ungeduldig hinterher. So gern würde dieser Stoiber wieder auf die große Bühne zurück.
Mit der Energie seiner Morgengymnastik um 5.00 Uhr früh, der thermischen Verwertung der anschließend gelesenen Akten und dem von ihm erzeugten Wind in Brüssel käme Bayern beim Dings, äh, also beim Anteil der erneuerbaren Energie sozusagen sofort auf 50 plus X, erklärt er. - Das Publikum fordert Zugabe. In Ingolstadt sind Krebs' Vorstellungen bereits ausverkauft.
dpa



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