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So viele Narren wie nie

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Mühldorf - So viel Faschingszug war in Mühldorf noch nie: 56 Wagen und Fußgruppen, sechs Prinzenpaare, über 1200 Mitwirkende, tausende Besucher und zwei Tonnen Guatln machten den Stadtplatz gestern zur uneingeschränkten Feiermeile.

Nur Fliegen ist schöner: Der Motivwagen des EKC, der für eine zweite Startbahn in Mößling plädiert.

© ha

Nur Fliegen ist schöner: Der Motivwagen des EKC, der für eine zweite Startbahn in Mößling plädiert.

Da machte es auch nichts, dass das Wetter nicht mitspielen wollte.

Weit über eine Stunde lang schlängelte sich der Gaudiwurm durch die Innenstadt. Und spätestens, als sich Homer Simpson auf dem Wagen des Kastler Stammtischs in die Höhe reckte, war klar: dieser Faschingszug wird in die Inntalia-Geschichte eingehen.

Zum einen, weil sich noch nie so viele Vereine und Gruppen angemeldet hatten - drei Wagen tauchten sogar unangekündigt auf; zum anderen, weil sich die Narren landauf, landab reichlich Gedanken über ihre Motive gemacht hatten. Der Weltuntergang im Maya-Kalender beschäftigte zum Beispiel nicht nur die Mitglieder der Feuerwehr Weiding, sondern auch den Emmertinger "11er Rat".

Mit Kuh Yvonne nahmen es ebenfalls gleich zwei Gruppen auf. Und die Faschingsfreunde Harthausen veranstalteten auf ihrem Wagen kurzerhand eine Bunga-Bunga-Party nach italienischem Vorbild.

Selbstverständlich war auch die Finanzkrise Thema: bei den Partyfreunden Moos ebenso wie bei der Landjugend Pürten und - nicht zu übersehen - beim Stammtisch "De Unterneikiachna", deren Mitglieder über einem Riesensparschwein einen EU-Rettungsschirm aufspannten.

Ebenfalls viel Arbeit hatten sich die Faschingsbegeisterten des EKC Mühldorf gemacht, die ihre Lösung für das Startbahnproblem in München präsentierten: Warum nicht gleich eine zweite Bahn in Mößling bauen? Und die Sportheimfreunde Mößling hatten einen Vorschlag, was mit den noch nicht verbauten zehn Millionen A94-Euro geschehen soll: "Des Autobahnbauers größter Verdruss, sind zehn Millionen Überschuss. Drum baun' wir in der Tunnelstrecke, eine goldene Fahrbahndecke."

Daneben erlebten die zahllosen Besucher am Straßenrand so viele Prinzenpaare wie noch nie: neben den Gastgebern der Inntalia mit Prinzessin Victoria aus dem Land des blühenden Lebens und Prinz Andi I. aus dem pecunischen Reich an der Spitze waren die Faschingsgesellschaft Waldburgia aus Waldkraiburg, die Narrhalla aus Vilsbiburg, die Faschingsgesellschaften aus Neuötting und - erstmals - aus Massing sowie die Narrengilde Kraiburg und der Faschingsverein Tüßling mit von der Partie.

Eine Bereicherung war auch das erweiterte Rahmenprogramm am Stadtplatz, wo die Live-Band "Siebeng'scheit" vor und nach dem Zug am Faschingsmarkt für ordentlich Stimmung sorgte. Dabei bewährte sich die Vorgabe, nach dem Zug lediglich die Wagen der Prinzengarden wieder auf den Stadtplatz zu lassen. Alle anderen Gruppen mussten am Stadtwall parken und kamen eben zu Fuß zum Feiern wieder. Davon hielt sie gestern auch der Nieselregen nicht ab.

www.innsalzach24.de

ha/Mühldorfer Anzeiger

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