Mühldorf - Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) und mit ihm die Kreisgruppe Mühldorf veranstalten am Mittwoch, 6. Januar, zum dritten Mal die "Stunde der Wintervögel". Im letzten Jahr meldeten rund 12000 Teilnehmer an diesem Tag 275000 Vögel. So lieferten sie mit ihren Beobachtungen wissenschaftliche Erkenntnisse über Vogelarten und den Klimawandel.

© OVB
Das Rotkehlchen kann auch im Winter beobachtet werden. Foto ng
Mit der riesigen Datenmenge können die Vogelschützer wichtige Fragen beantworten: Welche Bedeutung haben Futterhäuschen in der kalten und futterarmen Jahreszeit? Welche Vögel werden durch die Winterfütterung gefördert? Profitieren auch seltene Wintergäste davon? Außerdem erwarten die Wissenschaftler Aussagen über das Verhalten der Zugvögel in den immer milderen Wintern und die Auswirkungen des Klimawandels.
47 75 75). Einfache Meldebögen, aber auch Steckbriefe zu den Wintervögeln oder über Preise für die Teilnehmer können unter www.stunde-der-wintervoegel.de ausgedruckt werden.
Die ersten Zählungen in den letzten beiden Jahren brachten kleine Sensationen. So wurden erstmals im winterlichen Bayern Kraniche beobachtet, und überall in Bayern tauchten die sonst seltenen Seidenschwänze auf, sibirische Vögel mit auffälligem Federbusch. Solch ein Masseneinflug konnte zum ersten Mal wissenschaftlich erfasst werden. Allgemein verblüffte die Naturschützer die hohe Zahl an Zugvögeln.
Die Aktion hat aber auch einen Bildungseffekt. Die Fachhochschule Weihenstephan hat in Zusammenarbeit mit dem LBV in der sogenannten "Vogel-PISA-Studie" herausgefunden, dass bayerische Schulkinder durchschnittlich nur noch vier einheimische Vögel kennen. Die Forscher fanden jedoch heraus, dass Kinder, die mit einem Vogelhäuschen aufwuchsen, deutlich mehr Vögel kannten. Daher hat der LBV auch die "Stunde der Wintervögel" mit dem Dreikönigstag auf einen familienfreundlichen Tag gelegt. ng
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