Mühldorf - Stottern ist nicht selten, rund ein Prozent der Gesamtbevölkerung ist davon betroffen, in Deutschland gibt es etwa 800 000 Stotternde. "Da finden sich zahlreiche Schicksale, Erlebnisse, Meinungen und sicher auch Fragen zu Stottern", ist Professor Martin Sommer, Vorsitzender der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe (BVSS) überzeugt.
Der Neurologe, der selbst seit seiner Kindheit stottert, motiviert zu einem offensiven Umgang mit der Sprechbehinderung, "Man kann über Stottern reden! Sich auszutauschen hilft Betroffenen ihre Ängste abzubauen, es nimmt aber auch Nicht-Stotternden ihre Unsicherheit im Kontakt mit Betroffenen". Berührungsängste und Vorurteile abbauen, mit diesem Ziel wurde am 22. Oktober erstmalig im Jahr 1998 gemeinsam von den internationalen Stotterer-Organisationen zum Welttag des Stotterns ("Stuttering Awareness Day") erklärt.
"Vereinfacht gesagt, funktioniert das Zusammenspiel von rechter und linker Gehirnhälfte bei stotternden Menschen anders, als bei flüssig sprechenden", erklärt Prof. Sommer, der mit einem Team an der Universität Göttingen selbst zum Stottern forscht.
Wichtiger als die Ursache ist für Stotternde die Akzeptanz ihrer Mitmenschen. Martin Sommer bringt es auf den Punkt: "Stottern ist eigentlich nur eine andere Form des Sprechens". Einander ruhig zuhören, lockeren Blickkontakt halten und jeden seine Sätze selbst zu Ende bringen lassen, sind daher die beste Unterstützung im Gespräch mit einem Stotternden, denn, so Sommer, "wer stottert, weiß genau was er sagen möchte, er kann es im Moment nur nicht fließend aussprechen".
Die Selbsthilfegruppe "Stottern" in Mühldorf möchte Betroffenen die Möglichkeit geben sich einmal ungezwungen und ohne Scham über dieses Thema zu informieren. Viele Betroffene haben in der Gruppe schon große Fortschritte gemacht. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat. Infos gibt es bei Erika Wilfer unter Telefon 0 86 31/1 22 38 oder Herrn Thomas Huber unter Handy 01 51/24 27 26 78. re
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