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Mühldorf: Solide Richtung 200 Millionen

Solide Richtung 200 Millionen

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Mühldorf - Nach dem Überschreiten der 100-Millionen-Euro-Umsatzmarke will sich ODU mit einer neuen Strategie auf weiteres Wachstum einstellen.

OVB

© ODU

Das Duo an der Spitze: die Geschäftsführer Woelfl und Belz (unten). Fotos

Internationalität ist das Stichwort, mit dem der Hersteller von Steckverbindungen in die nächsten fünf Jahre geht. Dazu kommt ein zweiter Mann an der Spitze.

OVB© ODUBelz

Von einem "sehr bewegten Jahr", spricht Geschäftsführer Dr. Kurt Woelfl im Rückblick auf 2011. "Wir sind zweimal so schnell gewachsen wie der Weltsteckermarkt." Mit 110 Millionen Euro Umsatz verzeichnete ODU den zweiten Rekord in Folge seit dem Kriesenjahr 2009 (Umsatz 2009: 65 Millionen, 2010: 90 Millionen Euro). Dabei verbuchten alle Märkte Zuwachs, auch die in Deutschland und Europa. Vor allem die USA und China garantierten Wachstum, inzwischen ist ODU auch in Japan, Südkorea und seit 2. Febraur in Indien aktiv.

Die verstärkten internationalen Geschäfte und der Sprung über die 100 Millionen Euro Hürde brachten das Unternehmen dazu, grundsätzlich eine veränderte Strategie für die nächsten fünf Jahre zu entwickeln, sagt Dr. Joachim Belz, der seit Ende vergangenen Jahres als zweiter Geschäftsführer neben Woelfl an der Spitze steht.

Die neue Strategie soll dazu führen, "internationale Märkte besser erschließen zu können", sagt Woelfl und betont, dass damit kein radikaler Bruch verbunden, sondern eine Fortsetzung und Konzentration der bisherigen Arbeit erreicht werden solle. Es gehe darum, den technischen Vorsprung und die Nähe zu den Kunden auszubauen. Damit ist auch klar: "Wir werden nicht in die Massenmärkte gehen, sondern die Technologieführerschaft behaupten", betont Woelfl.

OVB© ODUDer neue AMC ist ein Hochleistungsstecker, der zunächst für den militärischen Einsatz entwickelt wurde. Später soll er auch in der Medizin- und der Mess- und Prüftechnik zum Einsatz kommen.

Dazu sind laut Belz zwei Maßnahmen erforderlich: Fokussierung und eine Überprüfung der Unternehmensstrukturen. "Wir wollen nicht alles machen, sondern spezielle Produkte in speziellen Märkten." Beispiel dafür ist die Konzentration auf Produktfamilien wie den AMC, den "Advanced Military Connector", ein Hochleistungsstecker in verschiednen Modellen für die militärische Kommunikation. Für seine Herstellung hat ODU bereits investiert, unter anderem in eine neue Galvanik zur Oberflächenveredelung. Über die militärische Anwendung soll laut Belz der Markteintritt gelingen, später sind Anwendungen im Bereich der Medizin- und der Mess- und Prüftechnik denkbar. "Es ist die Stärke ODUs, Produktfamilien zu entwickeln, die mehrere Anwendungen ermöglichen."

Auch wenn die Geschäftsleitung die Strukturen an das Wachstum anpasst, bleibt Mühldorf das Technologiezentrum, sagt Belz. Neben den Produktionstätten, die ODU in Rumänien und China betreibt, soll ein Teil der Entwicklung für den asiatischen Markt künftig in China angesiedelt sein. "Das ist ein wesentlicher Bestandteil des Fertigungskonzepts", betont Woelfl. "Es wird aber nicht dazu führen, dass Mühldorf geschwächt wird." Schon in der Vergangenheit hätten Investitionen im Ausland positive Auswirkungen auf den Standort Mühldorf gehabt und ihn auch von den Mitarbeiterzahlen her gestärkt. Derzeit arbeiten in Mühldorf 720 Mitarbeiter, weltweit hat ODU 1300 Angestellte. An der Unternehmensform ändert sich nichts. "Wir werden weiter als unabhängiges Familienunternehmen agieren", betont Woelfl.

Die Stärke des Standorts zeigt sich laut Woelfl auch in der ungebrochen hohen Ausbildungsquote. 60 Lehrlinge sind durchschnittlich beschäftigt, mit dem Mechatroniker kommt heuer ein neuer Ausbildungsgang dazu. Für Studenten gibt es die Möglichkeit, technischer Zeichner zu werden und gleichzeitig Maschinenbau zu studieren; ein ähnliches duales Studium im kaufmännischen Bereich ist in Planung. Schwierigkeiten, genügend und geeignete Lehrling zu finden, hat ODU nicht. "Wir sind in diesem Bereich aber auch seit vielen Jahren aktiv", weist Woelfl auf den guten Namen hin, den ODU als Lehrbetrieb hat.

2012 will ODU als "Erfolgsjahr auf hohem Niveau" etablieren. Der Auftragseingang hat sich nach Angaben Woelfls zwar abgeflacht, sei aber nach wie vor sehr hoch. Das Wachstum von 2011 wird der Steckerhersteller aber vermutlich nicht erreichen. Grundsätzlich gelte aber, sagt Belz: "Der Weltmarkt gibt für ODU noch genügend Potenzial her."

hon/Mühldorfer Anzeiger

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