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20 Sekunden schneller in München

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Der Ausbau der Bahnstrecke nach München bringt Pendlern nur wenige Vorteile. Eine Verkürzung der Fahrzeit ist nicht gegeben, wie das Bundesverkehrsministerium jetzt auf Anfrage bestätigte.

Mühldorf - 160 km/h könnten Züge künftig theoretisch zwischen Mühldorf und Ampfing fahren, rechnerisch ergäbe das eine Fahrzeitverkürzung von 20 Sekunden. Aber nur in der Theorie. Denn: "Eine fahrplanmäßige Umsitzung ist angesicht der weiterhin eingesetzten dieselbetriebenen Fahrzeuge (Höchstgeschwindigkeit 140 Stundenkilometer) und der vorhandenen eingleisigen Abschnitte ausgeschlossen."

Diese Antwort erhielt Heimatzeitungs-Leser Christian Fischer bei einem Briefwechsel mit dem Ministerium. Ein Sprecher bestätigte diese Auskunft jetzt auf Anfrage des Mühldorfer Anzeigers offiziell: Es wird keine messbaren Fahrzeitverkürzungen geben. Lediglich für einen Zug errechnet das Ministerium in Richtung Mühldorf eine um zehn Minuten und in Richtung München um vier Minuten schnellere Verbindung.

Für Leser Christian Fischer ist damit klar: "Die versprochenen Verbesserungen für die Pendler haben sich in Luft aufgelöst." Die Bahn habe beim Spatenstich kürzere Fahrzeiten versprochen, jetzt bliebe trotz des Ausbaus alles beim Alten.

Das gilt weitgehend auch für den Güterverkehr, bei dem es - genau wie in Sachen Personenzüge - heißt: Fahrzeitverkürzungen um zehn Minuten bei "einzelnen Güterzügen".

Christian Kubasch, bei der Südostbayernbahn zuständig für die Infrastruktur, sieht allerdings einen anderen, konkreten Vorteil, wenn erst einmal beide Gleise in Betrieb sind: Verspätungen können nach seinen Angaben eher ausgeglichen werden. Züge aus Mühldorf dürften den Bahnhof künftig auch dann verlassen, wenn zwischen Ampfing und Mühldorf ein verspäteter Zug unterwegs sei. Das zweite Gleis macht es möglich, der Zug muss nicht mehr in Mühldorf warten. Diese Ansicht teilt das Verkehrsministerium, das von einer "wesentlichen Entlastung des Knotens Mühldorf" und einem Abbau von "Verspätungsübertragungen" spricht.

Darüber hinaus bestätigt das Ministerium erneut den Ausbaubeginn für die Strecke nach Tüßling im Jahr 2013. Geld dafür gibt es im Konjunkturprogramm, aus dem Planungskosten von 3,5 Millionen Euro bezahlt werden sollen; der Ausbau selbst sei aus dem regulären Bundeshalt gesichert. hon

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