Mühldorf - Fast hätten Julia und Annika die Tanzaufführung ihrer männlichen Mitschüler verpasst: Das hartgekochte Ei wollte einfach nicht aus der Glasflasche. Mit viel gutem Zureden, heißem Wasser und warmen Watte-Umschlägen ist das Ei schließlich doch noch aus dem Flaschenhals geflutscht.

© OVB
Das Ei muss in die Flasche.
Wie das geht, haben die Schülerinnen bei zwei Projekttagen für die siebten Klassen am Ruperti-Gymnasium gelernt. Ziel war es, den Mädchen die Technik näher zu bringen und das männliche Geschlecht in nicht jungen-gemäße Bereiche einzuführen. In kleinen Gruppen haben die Schüler rumgetüfelt. Die Mädchen durften Roboter programmieren, Heißluftballone basteln und Schweine-Hirne untersuchen. Die Jungs hingegen übersetzten Rezepte aus dem Französischen, kochten Suppe und studierten einen Tanz ein.
Unterstützt wurde das Projekt von der Technischen Universität München (TU). "Bei uns studieren immer noch zu wenig Mädchen", betont die Vertreterin Barbara Krischer. Deshalb sei die Hochschule sehr engagiert, was die Förderung von technischem und weiblichem Nachwuchs angehe.
Mädchen und Technik - für viele passt das noch heute nicht zusammen. Genau diese Meinung wollen das Ruperti-Gymnasium und die TU München in verschiedenen Projekten revidieren.
Und auch die Jungs haben etwas dazugelernt. Alex ist überzeugt, dass ihm der Kochunterricht etwas für die Zukunft gebracht hat. "Wenn ich Hunger habe, kann ich mir jetzt was kochen, zum Beispiel den Gemüseeintopf", erklärt der 13-Jährige.
An der Schule wünscht sich der Siebtklässler mehr Praxis. Weniger Nebenfächer, dafür "mal öfter Kochen" - Alex könnte sich das gut vorstellen. Die Mädchen bestimmt auch. Die Gruppe, die gerade vorbeigeht und die Suppe ihrer Klassenkameraden löffelt, reckt den Daumen nach oben: "Schmeckt gut", sind sich die drei Mädchen einig. chn
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