Krippe, Kindergarten oder Hort: Bayernweit schicken auch immer mehr ausländische Eltern ihre Kinder in die Tageseinrichtungen (Kitas). Bestenfalls profitieren die Buben und Mädchen zweifach:

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Die Zahlen: wie viele Kinder mit Migrationshintergrund den Tag über im Kreis Mühldorf betreut werden. Grafik zs
Mühldorf - Zum 1. März 2011 gab es bayernweit 8453 Kinderkrippen, -gärten und -horte. Das geht aus den Zahlen des Landesamtes für Statistik hervor. Rund 469900 Buben und Mädchen im Alter von unter drei bis 14 Jahren wurden dort betreut. Das waren 8741 Kinder mehr als im Vorjahr (plus 1,9 Prozent). Wobei vor allem die vorschulischen Krippen und Kindergärten Zuwächse verzeichnen.
Rund 123340 der Kinder hatten mindestens einen ausländischen Elternteil. Damit kletterte die Zahl der betreuten Kinder mit Migrationshintergrund im selben Zeitraum um 6834 Kinder oder 5,9 Prozent. Insgesamt hatte mehr als ein Viertel aller Betreuten unter Vierzehnjährigen einen Migrationshintergrund.
Im Landkreis Mühldorf besuchten zum Stichtag insgesamt 3407 Buben und Mädchen eine der 55 hiesigen Kitas. Das waren fünf Kinder mehr als ein Jahr zuvor und 54 mehr als zwei Jahre zuvor, was dem bayernweiten Zulauf der Kitas entspricht.
Seit der ersten Pisa-Studie ist klar, dass zu viele Migrantenkinder das deutsche Schulsystem durchlaufen, ohne ausreichend lesen und schreiben zu lernen. Große Hoffnungen setzt die Politik seit Jahren in die gezielte frühe Sprachförderung. Doch die Kultusministerkonferenz will die Kurse nun auf den Prüfstand stellen, nachdem Evaluationen in Hessen und Baden-Württemberg ergaben, dass die vorschulische Sprachhilfe in der Kita keinen positiven Effekt zeigt: Die bisherigen Sprachkurse machen demnach die Noten nicht besser.
Der Schüssel zum Erfolg liegt vielmehr im Bildungsniveau der Eltern - wie bei den deutschen Kindern auch. Zu häufig hapert es bei den ausländischen Eltern an ausreichenden Deutschkenntnissen. Mit einem 20,8-Prozent Migrantenkinder-Anteil liegt der Landkreis Mühldorf unter dem bayernweiten Durchschnitt, der rund 26,3 Prozent beträgt. Ohnehin haben die Städte - wohl aufgrund des größeren Angebots und der höheren Ausländeranteile - im Vergleich zu den Landkreisen, höhere Quoten.
In den vergangenen drei Jahren entwickelten sich die Zahlen im Landkreis so: Im Jahr 2009 besuchten 3353 Kinder eine Krippe, einen Kindergarten oder einen Hort, davon hatten 674 mindestens einen ausländischen Elternteil (20,1 Prozent). Ein Jahr später kletterte die Zahl der Kinder in den Kitas auf 3402; davon hatten 680 Kinder ausländische Eltern (20,0 Prozent) und bis zum Stichtag 2011 kletterte die Zahl der betreuten Kinder auf 3407, wovon 710 einen Migrationshintergrund aufwiesen (20,8 Prozent). zs
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