Ruhpolding - Ein weiter Weg zur Eisspeedway-WM: Für Stefan Pletschacher vom MSC Ruhpolding ging es bereits letzte Woche nach Russland, ehe er im Januar 2012 einen Platz im Grand Prix erkämpfen will.

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Stefan Pletschacher vom MSC Ruhpolding ist bereits seit letzter Woche in Russland.
Es ist ein weiter Weg bis zur Eisspeedway-WM - und das auch im wörtlichen Sinne. Für Stefan Pletschacher vom MSC Ruhpolding ging es bereits letzte Woche nach Russland, ehe er im Januar 2012 einen Platz im Grand Prix erkämpfen will - und dort führt die Reise dann wiederum nach Russland.
Denn die ersten zwei GP-Veranstaltungen finden in Krasnogorsk (4./5. Februar 2012) und Ufa (11./12. Februar) statt, ebenso die Team-WM (25./26. Februar in Togliatti). Erst dann geht es wieder in "heimischere" Gefilde: Grand Prix 5 und 6 stehen am 16./17. März in Assen (Niederlande) auf dem Programm, GP 7 und 8 im schwedischen Uppsala (31. März/1. April).
Um sich bei einer der drei WM-Qualifikationen (14. Januar St. Johann/Pongau, sowie 28. Januar Sanok/Polen und Luchowizy/Russland) einen GP-Platz sichern zu können, ist eine gute Vorbereitung Pflicht. Entsprechend freut sich der Ruhpoldinger darüber, dass er zu einem zehntägigen Trainingslager nach Kamensk-Uralski reisen kann. "Da kann man fahrerisch schon mehr machen, als wenn man in Schweden auf einem zugefrorenen See herumfährt."
Dass er dieses Trainingslager bestreiten kann, hat sich der 32-Jährige in der vergangenen Saison unter anderem durch seine guten Leistungen (direkte WM-Qualifikation und Rang 3 bei der deutschen Meisterschaft) verdient. Gleichzeitig ist dies aber auch einem Zufall zu verdanken. Denn der bescherte ihm den Kontakt zu seinem neuen Hauptsponsor ("Stahlwerk Annahütte" in Hammerau, gehört zur Max Aicher GmbH & Co. KG).
Sparsam muss dennoch gewirtschaftet werden, denn allein die Kosten für die Russland-Reise sind schon sehr hoch. Die Fahrt nehmen Pletschacher sowie die beiden Schweizer Dirk Fricke und Rene Dünki gemeinsam in Angriff. In Moskau schließt sich dann Harald Simon (Österreich) an. Von Moskau aus stehen immer noch über 1500 Kilometer der gut 4000 Kilometer Gesamtstrecke auf der Route. Beim Zielpunkt Kamensk-Uralski (ca. 100 km von Jekaterinburg entfernt) testen auch der Pole Grzegorz Knapp und der Edlinger Max Niedermaier.
Pletschacher setzt auf die bewährten Motoren von Tuner Klaus Lausch (Edling). Das Fahrwerk bleibt ebenfalls gleich, auch deshalb, "weil ich das Budget vorher nicht gesichert hatte." Er freut sich nun auf die neue Saison, "dabei will ich weiter lernen und wieder den Sprung in die WM schaffen." Sollte dies gelingen, wären "zwei bis drei Plätze weiter vorn" drin - im Vorjahr war er 16. geworden.
Die Qualifikation wird heuer anscheinend noch härter, es schaffen wohl nur 14 statt bislang 16 Piloten einen WM-Fixplatz. Der Rest wird durch eine Veranstalter-Wildcard pro GP, eine Dauer-Wildcard des Weltverbands FIM sowie die zwei Reservefahrer ergänzt. Daher ist der 1,90 Meter lange Fahrer froh darüber, dass er bei den Mechanikern neben dem bewährten Edi Schmid sowie Papa Herrmann Pletschacher und Dieter Knorr nun auch noch auf Stefan Drofa (Haag bei München) zählen kann, "den ich über Klaus Lausch kennengelernt habe und der bei den wichtigsten Rennen mitfährt."
Getrübt wird die Vorfreude auf die Saison lediglich dadurch, dass heuer kein Eisspeedway in Inzell stattfinden wird. "Das ist schade, aber ich hoffe, dass dann im Jahr 2013 dort etwas stattfinden kann", so der Ruhpoldinger.
Das Training in Kamensk-Uralski beginnt am 28. November. Ab 7. Dezember erfolgt die Heimreise. "Ob ich den Santa-Cup in Schweden (27. bis 29. Dezember, d. Red.) fahre, weiß ich noch nicht", so der DM-Dritte des Vorjahres. Fest geplant ist die Teilnahme am Vorbereitungsrennen in Steingaden (6. Januar) und Heidenreichstein (7. Januar). Ob Pletschacher - wie vorläufig nominiert - in Sanok oder bei einer anderen WM-Qualifikation antritt, ist noch offen.
Klappt es mit dem Sprung zur WM, gibt es einen noch längeren Russland-Aufenthalt. Für den Ruhpoldinger, der im Busunternehmen seines Bruders angestellt ist, kein Problem. "Ich muss sonst viel arbeiten, aber in der Wettkampfsaison bekomme ich natürlich genug frei."
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