Brände, Unfälle, Raufereien - die Silvesternacht bescherte den Einsatzkräften in der Region wieder einen turbulenten Jahreswechsel. Die Notrufe seien im Sekundentakt in der Rosenheimer Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern- Süd eingegangen, hieß es. Glücklicherweise verliefen die meisten Zwischenfälle ohne schwerere Personenschäden.

Der Himmel über Rosenheim: Tausende begrüßten das Jahr 2010 mit einem Feuerwerk. Foto schlecker
Rosenheim/Landkreis - Das Einsatzaufkommen sei "erwartet hoch" gewesen, teilte die Polizei gestern mit. Waren es vor Mitternacht noch vorrangig Beschwerden über Ruhestörungen und Körperverletzungen durch Jugendliche, die Böller auf Passanten und Autos warfen, mehrten sich nach Mitternacht Meldungen über durch Silvesterraketen verletzte Personen sowie Wohnungs- oder Zimmerbrände. In eine Münchner Augenklinik musste ein 65-jähriger Mann aus Bad Feilnbach eingeliefert werden. Teile eines Feuerwerkkörpers waren beim Anzünden ins Auge geflogen.
Brennende Balkoneinrichtungen und Briefkästen in hoher Anzahl wurden verzeichnet. In Aschau ging das Silvestermenü in Flammen auf. Gegen 20.20 Uhr brannte der Elektroherd in der Wohnung einer jungen Familie in der Schulstraße. Der Grund: ein Topf mit heißem Fett, der plötzlich Feuer fing. Die darüber liegende Dunstabzugshaube und das Cerankochfeld wurden durch die Hitze zerstört. Der Sachschaden in der Küche wird auf 5000 Euro geschätzt. Glücklicherweise, so die Polizei, blieb der Rest der Wohnung verschont. Der Familienvater löschte den Brand zusammen mit einem aufmerksamen Nachbarn selbst und verletzte sich dabei leicht an der Hand. Die Feuerwehren Aschau, Frasdorf und Umrathshausen waren mit rund 40 Mann im Einsatz.
Brennendes Fett löste am Silvesterabend auch einen Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Innsbrucker Straße aus. Auch hier wurde niemand ernsthaft verletzt, die Feuerwehr war ebenfalls rasch zur Stelle.
In der Wasserburger Burgau legten sich vier betrunkene Männer mit dem Wirt und anderen Lokalgästen an. Als die Polizei anrückte, zog einer von ihnen eine Schreckschusspistole. Nur der besonnenen Reaktion der Beamten war es zu verdanken, dass es nicht zu einem Schusswechsel kam.
Explodierten die Silvesterraketen in der Region zum Jahreswechsel bei Vollmond noch unter sternenklarem Himmel, so erschwerte plötzlich aufziehender dichter Nebel tausenden die Heimfahrt. "Man konnte die Hand vor Augen nicht mehr sehen", so eine Rosenheimerin. Die Sichtbehinderung sei enorm gewesen, teilweise habe die Sichtweite unter fünf Meter betragen.
Zu einem nicht alltäglichen Verkehrsunfall mit fünf beteiligten Fahrzeugen kam es bereits am Silvester-Nachmittag gegen 14.30 Uhr im Rosenheimer Stadtteil Happing. Dort wollte ein 21-jähriger Pkw-Fahrer aus Rosenheim mit seinem Mitsubishi vor einer Gaststätte nach links in eine Parklücke abbiegen. Dabei übersah er einen von hinten kommenden Opel-Fahrer, der die Situation falsch einschätzte und im gleichen Augenblick überholen wollte. Die beiden Autos stießen zusammen, der Opel Zafira prallte gegen einen geparkten Audi, der wiederum gegen einen geparkten Mercedes geschoben wurde - und der Mercedes prallte noch gegen einen VW Sharan. Der Fahrer des Mitsubishi wurde leicht verletzt. An den Autos entstand zum Teil erheblicher Sachschaden.
Zu tief ins Glas geschaut hatte eine 44-jährige Autofahrerin aus dem südlichen Landkreis, bevor sie sich hinter das Steuer ihres Kleinwagens saß. In einer scharfen Linkskurve verlor sie die Gewalt über ihr Fahrzeug, kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Durchlass des Grabens neben der Straße. Bei der Unfallaufnahme bemerkte eine Streife der Brannenburger Polizei bei der Fahrerin Alkoholgeruch. Ein Test ergab, dass sie absolut fahruntüchtig war. Sie musste sich zweier Blutentnahmen unterziehen, der Führerschein ist weg. ls
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