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Nachwuchsarbeit und Umweltschutz

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"Es ist viel passiert und einiges auf den richtigen Weg gebracht worden", zog Christian Wachter in der Jahreshauptversammlung des Kreisfischereivereins Rosenheim Bilanz. Trotzdem appellierte der Vorstand in der Inntalhalle an die rund 400 anwesenden Mitglieder und Politiker, die immer noch vorherrschende Problematik des Kormorans nicht zu unterschätzen und die Erarbeitung eines "Ökologischen Gewässerdurchgängigkeitskonzeptes" weiter voranzutreiben.

Rund 400 Fischer und viele Politiker aus Stadt und Landkreis waren zur Jahreshauptversammlung des Kreisfischereiverbandes Rosenheim in die Inntalhalle gekommen. Fotos schlecker

© OVB

Rund 400 Fischer und viele Politiker aus Stadt und Landkreis waren zur Jahreshauptversammlung des Kreisfischereiverbandes Rosenheim in die Inntalhalle gekommen. Fotos schlecker

Rosenheim/Landkreis - Der Kreisfischereiverein Rosenheim gehört mit rund 2000 Mitgliedern bayernweit zu den größten und finanzstärksten Vereinen, wie Christian Wachter heraus stellte. Der Vorstand erinnerte daran, dass dies vor allem Ehrenvorstand Alfred Hutterer zu verdanken sei. Eine gute Nachricht hatte Wachter für die Mitglieder parat: Die Beiträge werden erneut nicht erhöht.

Das Angeljahr 2011 sei leider vom Tod der Kassiererin Margit Gintenreiter überschattet worden. Sie war Ehrenmitglied des Vereins, entlastete als Geschäftsstellenleiterin die Vorstandschaft, genoss "im gesamten Verein uneingeschränkte Wertschätzung und hat sich immens für die Fischer eingesetzt".

Umso mehr freuten sich die Mitglieder darüber, dass die 19-Jährige Tochter, Sonja Gintenreiter, jetzt in die Fußstapfen ihrer verstorbenen Eltern tritt und das Amt der Kassiererin übernimmt. Die Pädagogik-Studentin wurde einstimmig als Kassenverwalterin gewählt.

Seinen Dank dafür, dass der Kreisfischereiverein "die Jugend an ein derart schönes Hobby heranführt", sprach Landrat Josef Neiderhell der Führungsriege aus. Dort werde aktiver Naturschutz betrieben. Außerdem seien die Fischer auf einem guten Weg, Missstände abzuschaffen.

Dass auch Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zur Jahreshauptversammlung gekommen war, nutzte Wachter, um einen Wunsch der Jugend erneut zu äußern: Der Nachwuchs würde sich darüber freuen, die Wasserwachthütte am Happinger See nützen zu dürfen. Eine Entscheidung stehe noch aus.

Jugendleiter Wolfgang Reishofer nannte in seinem Tätigkeitsbericht erfreuliche Zahlen: 145 Mädchen und Buben gehören inzwischen zum Verein, man könne 13 Neuaufnahmen vermelden, 140 Mitglieder hätten an der Fischerprüfung teilgenommen und elf Jugendliche seien als Erwachsene in den Hauptverein übergetreten.

Mit dem Appell, die Boote regelmäßig nach Benutzung zu säubern, trat Arbeits- und Gerätewart Hermann Freese an die Mitglieder heran. Von 591 durchgeführten Kontrollen an Gewässern und 65 Nachkontrollen im Jahr 2011 berichtete Horst Gießl, Leiter der Fischereiaufsicht. Es seien wieder mehrere Verstöße gegen Vereinsvorschriften, unter anderem in Bezug auf das Nachtangelverbot, festgestellt worden.

Über eine erfolgreiche Fischrettungsmaßnahme in der Rosenheimer Flutmulde freute sich Gewässerwart Toni Huber. Tausende von Fischen würden dort verenden, wenn das Wasser zurückgehe. Damit die Fische im Sommer überleben können, wurde eine Abfischgrube geschaffen.

Besatzwart Josef Kern sprach die Kormorane-Problematik an. Rund 300 Stück hätten den Hartsee attackiert. Zirka drei Tonnen Fische würden etwa in 40 Tagen dabei den Tod finden. Auch Vorstand Wachter sprach das Thema Kormorane an. Eine Abschussgenehmigung werde von der Regierung für das Naturschutzgebiet Eggstätter Seenplatte nicht erteilt. Als Begründung werde angeführt, dass es sich bei den auftretenden Kormoranen in diesem Gebiet nicht - wie etwa am Chiemsee - um ortsansässige Brüter, sondern um Zugvögel handle. "Unser wirtschaftlicher Schaden und der große Besatz, den wir in die Gewässer einbringen, sind jedoch nicht unerheblich", betonte Wachter. Mit Blick auf die anwesenden Politiker forderte der Vorstand: "Es dürfen keine Einzelmaßnahmen getroffen werden, sondern es muss nachhaltig und überall in den Brutbestand eingegriffen werden." Ansonsten könnte die weitere Entwicklung negative Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem haben.

Ebenso von großer Bedeutung für Flora und Fauna sei die Altwasseranbindung. In Zusammenarbeit mit dem Verbund-Innkraftwerke GmbH seien bereits erste Teilbereiche vertraglich abgesichert worden, um ein ökologisches Gewässerdurchgängigkeitskonzept auf die Beine zu stellen. Ein Vertreter dieses Verbundes erläuterte den Fischern das Konzept und ging dabei unter anderem auf die Schaffung der Durchgängigkeit vom Inn zum Hammerbach ein.

Zweiter Vorstand Rainer Schäfer erwähnte in seinem Bericht die rückläufigen Renkengrößen am Langbürgner See. Diese Entwicklung, die in ganz Oberbayern zu beobachten sei, werde auf den Anstieg der Wassertemperatur seit den 80er-Jahren zurückgeführt. Noch nicht vollzogen werden konnte die Sanierung des Eschenauer Sees in Bezug auf den überdurchschnittlichen Krautwuchs. Die nötige Entsorgung des Schlamms hätte zu hohe Kosten verursacht.

Zum Abschluss der Veranstaltung standen zahlreiche Ehrungen auf dem Programm. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Franz Bauer, Harry Ponater und Hermann Voelkl ausgezeichnet. Seit 40 Jahren halten dem Verein die Treue: Ludwig Blum, Anton Brandmeier, Peter Lange, Simon Maier, Wolfgang Mayer, Johann Stadler, Heinrich Wachter.

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