Es ist ein Kampf mit dem Dampf: Bei herkömmlichen Dunstabzugshauben steht der Koch mitten im Kochdunst, an der Haube bleiben geruchsstarke Fettpartikel hängen, Brillenträger leiden unter beschlagenen Gläsern - und hin und wieder schlägt man sich den Kopf an. Die Bora-Kochfeldabzüge aus Raubling haben damit Schluss gemacht - dafür erhielt das junge Unternehmen jetzt den Deutschen Gründerpreis.

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"Es sind die einfachen Ideen, die die Welt verändern": Firmenchef Willi Bruckbauer von der Bora-Lüftungstechnik in Raubling. Foto re
Raubling/Berlin - Der Deutsche Gründerpreis gilt als die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmer in Deutschland. So war für Willi Bruckbauer (44), Chef und Gründer der Bora-Lüftungstechnik GmbH in Raubling, schon die Nominierung für den Preis eine wunderbare Sache. Schließlich gab es über 1000 Bewerber. Umso größer war die Freude, als er in Berlin den Gründerpreis 2010 in der Kategorie "StartUp" (junge Unternehmen) verliehen bekam. "Das hätte ich mir nie träumen lassen", so der 44-jährige Schreinermeister und Handwerks-Betriebswirt im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Auszeichnung ist der vorläufige Höhepunkt auf dem langen Weg von der vagen Idee bis zum marktfähigen Produkt, den Bruckbauer konsequent verfolgte.
"Die Sicherheitsnadel, der Reißverschluss, die Büroklammer - es sind die einfachen Ideen, die die Welt verändern", sagt der Firmenchef, der inzwischen rund 20 Mitarbeiter beschäftigt. Lange hat er sich an den vielen Mängeln herkömmlicher Dunstabzugssysteme gestört. So entwickelte er 2005 ein eigenes System, 2006 meldete er das erste Patent an, 2007 starteten seine Bora-Kochfeldabzüge dann auf einer Möbel-Ordermesse in Ostwestfalen ihren Siegeszug durch die Küchenwelt.
Für das Jahr 2010 peilt das junge Unternehmen einen Umsatz von vier Millionen Euro an. Mittelfristig will sich Bora einen Marktanteil von einem Promille sichern - bei einem Bedarf von jährlich rund 1,5 Millionen Dunstabzugshauben in Deutschland und 8,5 Millionen in Europa entspräche dies einem Umsatz von 25 Millionen Euro. Dabei ist man auf einem guten Weg: Sämtliche Markenküchenhersteller sind bereits auf die Ideen aus dem Inntal aufmerksam geworden - mit vielen wurden bereits Verträge abgeschlossen.
Entwickelt und konstruiert werden die Produkte in Raubling, die Fertigung wird vergeben - ausschließlich an Firmen mit Sitz in Bayern oder Tirol. Das Bora-Vertriebsnetz umfasst derzeit die Bereiche Benelux, Österreich, Schweiz und Deutschland. Neben dem Kochfeldabzug bietet Bora auch übertiefe Profikochfelder in den Ausführungen Gas, Induktion oder Ceran an.
Willi Bruckbauer, Entwickler der Kochfeldabzüge, die die Kunst mit dem Dunst beherrschen, ist auch Gründer des Werkhauses Raubling. ls
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