Der Fachkräftemangel trifft fast alle Wirtschaftszweige gleichermaßen. Nun beschäftigte sich damit auch die Schuhindustrie. Beim Symposium des Bundesverbandes der Schuhindustrie bei der Firma Gabor in Rosenheim machten sich Branchenexperten und Betroffene darüber Gedanken, wie man dieses Problem in den Griff bekommen könnte.
Rosenheim - Beim Bundesverband der Schuhindustrie (HDS) sieht man in Sachen "Fachkräftemangel" dunklen Zeiten entgegen. Diese Branche sei von diesem Problem besonders stark betroffen. Dafür gäbe es mehrere Gründe. Zum einen lasse der demografische Wandel das Ringen um die besten Auszubildenden immer härter werden. Zum anderen leide die Schuhbranche aber an einem "altbackenen, wenig zukunftsorientierten Image", ist bereits in der Einladung für das Symposium zu lesen.
Rund 100 Teilnehmer aller renommierten Schuhfirmen Deutschland wurden bei dieser Veranstaltung gezählt. Bei Vorträgen und einer Podiumsdiskussion setzten sie sich mit dem zunehmenden Fachkräftemangel, Auswirkungen und Lösungsmöglichkeiten intensiv auseinander.
Kai Gramke von der "Prognos AG" rechnete in Deutschland bis zum Jahr 2030 mit einem Arbeitskräftemangel von rund fünf Millionen Menschen.
Alexander Gedat von der Firma "Marc O'Polo" in Stephanskirchen setzte vor allem auf größtmögliche Flexibilität in den Betrieben, um für Mitarbeiter weiter attraktiv zu bleiben. "Wichtig ist ein gutes Betriebsklima", lautete seine Meinung. Man müsse seinem Personal immer wieder neue Ziele und Herausforderungen bieten, für die es sich lohne, einem Unternehmen treu zu bleiben.
Das betrachtete Thomas Schmies von der "Shoes AG" in Langenfeldt ähnlich. In seinem Betrieb spüre man die Auswirkungen des Fachkräftemangels aber noch nicht in allen Bereichen gleich. Bis jetzt sei es noch relativ einfach, kaufmännische Auszubildende zu finden. Für die technischen Berufe schaue das schon ganz anders aus.
Solche Erfahrungen teilte er mit Dirk Werner vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln. Wichtig ist es seiner Meinung nach, dass man eine einheitliche Strategie entwickle, das Interesse an den sogenannten "Mint-Berufen" (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) weiter zu fördern. Das fange schon bei der frühkindlichen Erziehung an.
Isabel van de Sand hat erst kürzlich die Deutsche Schuhfachschule in Pirmasens absolviert. "Es war für keinen der Absolventen schwer, eine gute Ausbildungsstelle zu bekommen", berichtete sie.
Einig waren sich die Fachleute, dass man das Image der Schuhbranche noch stärker als bisher ins rechte Licht rücken muss. Das Fazit von Moderator Manfred Junkert lautete: "Wir müssen aktiv bleiben, um uns den Herausforderungen in den kommenden Jahren zu stellen." wu
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