019.05.10|Rosenheim Land|Rosenheim Land|
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Rosenheim - "Das Geld regiert die Welt - und was regiert das Geld?" lautete der Titel des Vortrags, den Franz Galler, zertifizierter Finanzplaner und Vorsitzender der "RegioStar" und "Star" (Verein für organisierte Nachbarschaftshilfe) im Rahmen der jüngsten Kreisversammlung der Katholischen Landvolkbewegung gehalten hat.
Grundthema der Veranstaltung sollten Strategien einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung durch neue Ansätze der Regionalisierung bilden. Die Zustände in dieser vernetzten Welt würden zunehmend instabiler und bedürften der besonderen Aufmerksamkeit, betonte Galler. So bedeute ein voraussichtlich starkes Weltbevölkerungswachstum auf geschätzt neun Milliarden Menschen im Jahr 2050 auch eine weiter zunehmende Konzentration von Menschen in Ballungsräumen und sogenannten Megacities, einen starken Rückgang von verwendbaren Anbauflächen und einen gleichzeitigen Abbau von Arbeitsplätzen. Galler: "Wie sollen in Zukunft ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten, insbesondere auf dem Land, garantiert werden können?"
Die Antwort sah der Referent in der erneuten Fokussierung auf die Region als eigene gesellschaftliche, politische, und wirtschaftliche Einheit. Projekte wie Regionalwährungen (zum Beispiel die Chiemgauer "Sterntaler") und Genossenschaften mit sozialen Schwerpunkt (Nachbarschaftshilfen, Schlagwort: "Sozial-Genossenschaften gegen Turbokapitalismus") zeigten sich heute schon als wirksame Mittel, um die Strukturen im ländlichen nachhaltig zu stärken. Sich vom Renditegedanken verabschieden, ohne dabei eine effektive Wirtschaftlichkeit aufgeben zu müssen laute die zentrale Botschaft. Eine regionale Selbstversorgung zu bewerkstelligen und den Schutz des Einzelnen durch die Gemeinschaft zu gewährleisten sei möglich, betont Gallert, und biete Sicherheit - "Sicherheit, die auf Großfamiliengemeinschaftlichkeit und Vertrauen basiert." In diesem Sinne verwies Galler auf die "Lokale Agenda 21", ein Handlungsprogramm, das Kommunen in Richtung Nachhaltigkeit weiterentwickeln solle.
Landvolkpfarrer Thomas Gruber forderte, den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und moralischen Herausforderungen der Zeit "als Christ mit Hoffnung auf faire Lösungen" zu begegnen. re
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