Neubeuern - Es war eine Nacht- und Nebel-Aktion, die Christian und Katharina Grießenböck aus Neubeuern im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen haben.

© Reisner
Gleichsam als Mahnmal wollen Christian und Katharina Grießenböck den gefällten Hochzeitsbaum noch eine Zeitlang vor ihrem Anwesen liegen lassen.
Unbekannte haben den vor ihrem Haus stehenden Hochzeitsbaum umgesägt, den Nachbarn und Bekannte nach altem Brauch zu ihren Ehren aufgestellt hatten. "Eine große Sauerei", schimpft Katharina Grießenböck.
Die 24-jährige Hauswirtschaftsmeisterin ist sich sicher, dass es Profis waren, die den 32 Meter hohen Baum zu Fall brachten. "Die haben sogar eine Straßenlaterne demoliert, damit sie im Schutz der Dunkelheit arbeiten können", berichtet sie. Rund 40 bis 50 Leute aus der Nachbarschaft und von Ortsvereinen hatten mitgeholfen, den Hochzeitsbaum wenige Tage vor dem 1. Oktober vergangenen Jahres aufzustellen - dem Tag, an dem sich die beiden das Jawort gaben. Girlanden und Taferl mit Motiven und Sprüchen zierten das Prachtexemplar. Dass seit dem Kraftakt im Schutz der Dunkelheit, über dessen Motiv das junge Paar noch immer rätselt, auch zwei Taferl fehlen, ärgert die 24-Jährige besonders. Damit seien auch Erinnerungen an die Hochzeit unwiederbringlich verloren gegangen.
"Das hat mit Brauchtum rein gar nichts mehr zu tun", ist sie sich mit ihrem Mann einig. Und da stimmt auch ihre Schwägerin Maria Riepertinger zu, die den Fall auch in der Trachtenzeitung publik machen will. "Das ist eine reine Unsitte und Sachbeschädigung! Dies war nicht das erste Mal, dass dieses in Neubeuern und Umgebung passiert ist", schimpft Riepertinger.
Wenn der Schock auch groß war, als die Tat am nächsten Morgen entdeckt wurde, und der Grant über das Handeln der Unbekannten beileibe noch nicht verraucht ist, haben die 24-Jährige und ihr Mann trotz aller Verärgerung auch Grund zur Freude, denn: "Im Juli erwarten wir Nachwuchs!"
Norbert Kotter (Oberbayerisches Volksblatt)
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