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Edelweiß-Alm in Schechen als Zankapfel zwischen Unternehmer Georg Weiß und Bürgermeister Hans Holzmeier

Heißer Tanz für „Bussi-Schorsch“

2528.01.12|Rosenheim Land|Rosenheim Land|7
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Artikel: Heißer Tanz für „Bussi-Schorsch“

Schechen - Girls, Schampus: Das ist die Welt  von „Bussi- Schorsch“ Georg Weiß. Mit Party hat der heiße Tanz, der ihm jetzt auf dem Behörden- Parkett droht, aber nichts zu tun.

"Bussi-Schorsch" Georg Weiß vor der Lagerhalle, die zum Event-Stadl wurde

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  • EdelWeiss-Alm: Lagerhalle oder Event-Stadl?
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Im Mittelpunkt stehen da nicht fesche Blondinen, sondern der genehmigte Neubau einer Lagerhalle, die der Chef der Baumschule Weiß in Wurzach in einem Internet-Video als Event-Stadel mit Séparée vorstellt. Eine Nutzung, die Schechens Bürgermeister Hans Holzmeier so nicht hinnehmen will. 

Der Streit stellt einen neuen Höhepunkt jahrelanger Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinde und Weiß dar, deren Ausgangspunkt bauliche Veränderungen auf dem 44 Hektar großen Firmengelände waren. Sie begannen laut Chronologie der Gemeinde Schechen im April 1987, als die Firma die Überdachung einer Kompostieranlage auf ihrem Areal beantragte. Weil es wegen anderer Baumaßnahmen in den Folgejahren immer wieder Streit gab – im Juni 1997 stellte das Landratsamt Strafanzeige wegen vorsätzlichen unerlaubten Betreibens von Anlagen – zog der Gemeinderat nach Holzmeiers Darstellung am 14. Februar 2000 die Reißleine.

Er beschloss, die weitere Entwicklung auf dem Firmengelände mit der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 17 Wurzach zu regeln, und erließ eine Veränderungssperre. Die Firma zog am 3. Februar 2005 mit einem bis heute nicht abgeschlossenen Normenkontrollverfahren beim Verwaltungsgerichtshof gegen den Bebauungsplan zu Felde. Aber auch zwischenzeitlich wurden die Verwaltungsrichter mehrfach bemüht – unter anderem ging es um die Veränderungssperre und die vom Landratsamt angeordnete Beseitigung eines Bauschutt-Lagerplatzes.

Das Video über die EdelWeiss-Alm

(Hinweis zum Video: Die Vorstellung der EdelWeiss-Alm beginnt ab Minute 10:50)

In der aktuellen Auseinandersetzung ist die Tonlage rau. „Der Bürgermeister ist mir neidig, er will mich nur quälen“, wettert Weiß. Hans Holzmeier kontert: „Herr Weiß glaubt, er befindet sich in einem rechtsfreien Raum. Wenn wir einem Normalbürger ein Bauvorhaben nicht wie gewünscht genehmigen, werden wir mittlerweile regelmäßig darauf angesprochen, dass sich der Herr Weiß alles erlauben kann.“

Unter der Überschrift „Darf denn der ‚Weiß‘ alles?“ hat Holzmeier bereits im September 2006 in einem Beitrag im Gemeindeblatt seiner Ansicht nach rechtswidrige baulichen Aktivitäten auf dem Firmengelände angeprangert und auch dem Landratsamt eine Breitseite verpasst. „Unweigerlich stellt sich da natürlich die berechtigte Frage, warum die Behörden nicht stärker und konsequenter dagegen vorgehen?“, schrieb das Gemeideoberhaupt damals.

Seine Botschaft an das Landratsamt lässt auch im Fall des Event-Stadels – auf der Firmen-Homepage als „EdelWeiss-Alm“ vorgestellt – an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Nutzungsuntersagung, Rückbau oder Beseitigungsanordnung: So lautet die Forderung Holzmeiers, der sich „furchtbar geärgert hat“, dass die Kreisverwaltung im aktuellen Streitfall, bei dem es laut Bauantrag um den Wiederaufbau einer im Dezember 2010 abgebrannten Lagerhalle geht, kein Bußgeld verhängt hat.

Pressesprecher Michael Fischer betont, die Behörde sei nicht untätig gewesen. Sie war von der Gemeinde eingeschaltet worden, nachdem diese Wind von dem Internet-Video bekommen hatte.

Weiß weist darin unter anderem auf eine Wohnung für Übernachtungsgäste in der Lagerhalle hin, bezeichnet das Séparée als „wichtigsten Raum“ und spricht von einer „Spielwiese“, wenn er vom Bett unter dem Dachfenster im ersten Stock erzählt.

Dass Glaselemente im Boden den Blick auf die Einlagemöglichkeit von Champagner und Wein freigeben und zur Feier des 40. Geburtstages von Weiß 350 Gäste in Wurzach Party-Stimmung genossen haben, erzählt der „Bussi-Schorsch“ ebenfalls freimütig.

Aus dem Schriftverkehr geht hervor, dass bereits am 19. Oktober vergangenen Jahres ein Baukontrolleur des Landratsamtes vor Ort war und festgestellt hat,„dass bei der Ausführung des Bauvorhabens erheblich von den genehmigten Eingabeplänen abgewichen wurde“.

Das Amt bestand nach Fischers Auskunft auf der Einreichung eines Tekturplans, der erst einging, als die Behörde mit Schreiben vom 14. Dezember 2011 mit einem Zwangsgeld in Höhe von 3000 Euro für den Fall des Zuwiderhandelns drohte. Der Gemeinderat hat auch den Tekturplan mittlerweile einstimmig abgelehnt, das Landratsamt muss jetzt entscheiden, ob es die Sichtweise der Gemeinde teilt.

Das Normenkontrollverfahren ist noch nicht abgeschlossen, da scheint der nächste Prozess bereits programmiert. „Ich ziehe vor Gericht, wenn das Landratsamt das genehmigt, was hier entstanden ist“, sagt der Bürgermeister. Sollte es sich nicht gegen die Gemeinde stellen, dann zeigt sich Georg Weiß zum Konflikt bereit. Vor allem, weil die Gemeinde in der Ablehnung des Tekturplans von einer „beantragten Nutzungsänderung“ spricht, fährt er schweres Geschütz gegen das Gemeindeoberhaupt auf.

 „Ich habe keine Nutzungsänderung beantragt. Insofern ist die von der Gemeinde erfolgte Ablehnung meines Antrags auch unsinnig“, sagt der Unternehmer. Holzmeier habe den Gemeinderat gemäß Sitzungsprotokoll offenbar falsch informiert.

Weiß legt noch nach: Wenn er auf seinem Grundstück private Feste feiere, brauche er keine Genehmigung. Darüber hinaus fänden dort nur diverse Veranstaltungen statt, die letztlich Werbecharakter hätten und seinem Betrieb dienten. Für diese habe man in der Vergangenheit stets eine Einzelfall-Genehmigung beantragt und auch bekommen. Eine weitergehende gastronomische Nutzung der einstöckigen Lagerhalle, die auch über Sanitäranlagen, Theke und Kücheneinbauten verfügt, sei nicht geplant.

Die Gemeinde präzisiert diese Feststellung. In den vergangenen vier Jahren sei Weiß lediglich in der Adventszeit eine vorübergehende Genehmigung des Gaststätten-Betriebes für die Veranstaltung „Christbaumschlagen und geselliges Vergnügen“ erteilt worden. Die habe zwischen vier und zehn Tagen gegolten.

Und der nächste Konflikt zwischen der Gemeinde und dem Unternehmer zeichnet sich bereits ab: Weiß will auf seinem Grundstück eine weitere Lagerhalle errichten, die ein Pult- statt des vorgeschriebenen Satteldaches erhalten soll. Diese Dachform wünscht er, weil er eine Phovoltaikanlage errichten will. Unter Hinweis auf das laufende Normenkontrollverfahren lehnt die Gemeinde dieses Ansinnen ab.

Seiner Forderung, „mit dem Bürgermeister endlich einen fairen Dialog auf Augenhöhe zu führen“, will der „Bussi-Schorsch“ nunmehr auch auf andere Weise Nachdruck verleihen. Am 30. Januar ist ein Kamerateam von RTL bei ihm zu Gast, dem er sein Leid klagen will.

Die Hörer seiner Sendung „Bussi-Schorschis Welt“, die ein Münchner Privatsender ausstrahlt, sollen ebenfalls erfahren, warum er sich über den Umgang mit seinen Bauanträgen im Schechener Rathaus so ärgern muss. Und das, obwohl er nach eigenen Angaben mit keiner anderen Behörde ein Problem habe. Noch nicht?

Info: Eventstadl zu vermieten

So wird die EdelWeiss-Alm auf der Homepage von Georg Weiß beworben© www.weiss-schechen.deSo wird die EdelWeiss-Alm auf der Homepage von Georg Weiß beworben

Die „EdelWeiss-Alm“ wird auch auf der Firmen- Homepage beworben. „In diesem Stadl werden zukünftig hoffentlich viele lustige, schöne und erlebnisreiche Feste gefeiert, in der Adventszeit stimmungsvolle Weihnachtsfeste mit Christbaum selber schneiden stattfinden und vieles mehr.....“, heißt es wörtlich. Offenbar ist daran gedacht, die Lagerhalle auch an fremde Nutzer zu vermieten: „Bei Anfragen zur Vermietung wenden Sie sich bitte jederzeit an uns.“ Auch eine Beschrei- EVENTSTADL ZU VERMIETEN bung der im Gebäude vorhandenen Möglichkeiten findet sich im Internet. Im Original-Wortlaut und -Schreibstil heißt es: „Im Stadl ist für die professionelle Bewirtung alles vorhanden. Von der Profi-Küche über Kühlräume, ausreichend Toilettenräume für Damen und Herren sowie einer gemütlichen und vollausgestatteten Theke bleiben keine Wünsche offen. Selbst für Beschallung ist ausreichend sowohl im Innen- als auch Aussenbereich alles vorhanden. Überzeugen Sie sich selbst!“

VON NORBERT KOTTER

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