217.08.10|Rosenheim Land|Rosenheim Land|23
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Rosenheim/Landkreis - Aggressive Verhaltensweisen spielen in allen sozialen Schichten eine wichtige Rolle. Gewalt im nahen sozialen Umfeld ist keine Seltenheit. Gründe dafür, dass Männer zuschlagen, gibt es scheinbar viele, doch kaum ein Mann ist stolz auf seine Tat.
Dies ist das Fazit der Masterarbeit von Julia Huber. Im Rahmen einer Evaluation hat die Absolventin des Weiterbildungsstudiengangs "Soziale Arbeit" Täterprofile erstellt und die Effektivität der Anti-Gewalt-Arbeit der Männerberatungsstelle Südostbayern unter die Lupe genommen.
Weiteres Ergebnis der Studie: Nahezu alle Männer konnten durch die professionelle Hilfe Strategien entwickeln, in Problemsituationen Gewalthandeln zu vermeiden und ihre Einstellung zu gewalttätigen Verhalten verändern. Erstaunlich ist, dass nur ein Klient angab, nach dem Abschluss des Programms rückfällig geworden zu sein. Jeder der Antwortenden würde die Beratungsstelle weiterempfehlen.
Die Männerberatungsstelle Südostbayern unter Leitung von Christof Furtwängler hat 2002 in Rosenheim ihre Arbeit aufgenommen. "Unsere Täterarbeit 'Häusliche Gewalt' hat als Grundverständnis, dass gewalttätiges Verhalten erlernt ist und alternative, sozialverträglichere Verhaltensweisen gelernt werden können. Gewalttätiges Verhalten zielt darauf ab, Kontrolle zu sichern und Macht herzustellen", so Furtwängler.
Insgesamt seien von 2002 bis Ende 2009 155 Männer, die häuslich gewalttätig geworden waren und in irgendeiner Weise Kontakt mit der Männerberatungsstelle hatten, erfasst worden. Die meisten Besucher der Männerberatungsstelle seien aufgrund von Gerichtsbeschlüssen an die Einrichtung verwiesen worden.
Umso erstaunlicher sieht Studentin Huber die positiven Rückmeldungen der Täter, von denen einer etwa geschrieben habe: "Ich habe mich sehr wohl gefühlt in der Gruppe und ich werde solche Gruppen weiterempfehlen, weil es sehr, sehr gut für die Menschen ist." Selbst die Täter finden, dass es wichtig sei, Anlaufstellen für Männer anzubieten, in denen sie über Lebenskrisen sprechen können. Die Männerberatung wünscht sich, dass die Gewaltprävention zukünftig früher ansetzt, damit Männer lernen, über Gefühle zu sprechen, Konflikte konstruktiv zu bewältigen und Hilfe anzunehmen. re
Rubriklistenbild: © dpazurück zur Übersicht: Rosenheim Land

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