Rosenheim - Gestern und heute sind in Rosenheim viele Backöfen heiß gelaufen: Nach Feierabend und noch vor dem heutigen Arbeitsbeginn haben die Mitarbeiter von Karstadt Rosenheim über 60 Bleche Zwetschgendatschi für einen guten Zweck gebacken.

© Duczek
Bewunderten gestern den gut bestückten Flohmarkt: Karstadt-Geschäftsführer Matthias Ecke (Zweiter von links), seine Mitarbeiter Herbert Borrmann (rechts) und Eric Rosenfelder (links) sowie Matthias Bogenberger (Zweiter von rechts) und Theresia Leisering vom Heilpädagogischen Zentrum (HPZ), dem der Erlös dieser Aktion zugute kommt.
Heute verwandeln die Ergebnisse dieser Backkünste das Rosenheimer Kaufhaus in eine Großkonditorei. Der Verkaufserlös kommt dem HPZ Rosenheim zugute.
"Wir vom HPZ freuen uns sehr darüber, dass der Erlös der Aktionen unserer Einrichtung zugute kommt, doch was uns noch mehr berührt, ist die Tatsache, dass die Karstadt-Mitarbeiter uns auch ihre Freizeit geschenkt haben", betonen Theresia Leisering und Matthias Bogenberger, Leiter von Tagesstätte und Schule des HPZ.
Karstadt-Geschäftsführer Matthias Ecke stand gestern daheim ebenfalls in der Küche: Unter Anleitung seiner Frau steuerte er selber zwei Bleche Zwetschgendatschi zur Verkaufsaktion bei. Die Früchte, die auf den über 60 Blechen verteilt werden, stammen aus Bad Feilnbach. Die Rezepte sind seit Tagen das Hauptgesprächsthema im Haus. Hefe- oder Mürbeteig, mit oder ohne Streusel, nach Uromas Geheimrezept oder nach eigenem Gusto: Vorgaben gab es nach Informationen von Ecke und seinen Mitarbeitern Herbert Borrmann und Eric Rosenfelder nicht. "Hauptsache, es schmeckt unseren Gästen."
Wird es sicherlich. Schließlich stehen die Bäckerinnen und Bäcker, die gestern Berge voller Zwetschgen entkernt haben, mit Leidenschaft hinter der Spendenaktion. 75 Prozent der 200 Mitarbeiter engagieren sich zur Freude von Ecke direkt oder indirekt bei den Vorbereitungen und Veranstaltungen rund um den Zwetschgendatschi-Verkauf.
Anlass der Aktion ist 130 Jahre Karstadt. Bewusst hat das Warenhaus, das in Rosenheim seit 54 Jahren präsent ist, auf den üblichen Weg, einen runden Geburtstag zu feiern, verzichtet. "Wir hätten die Festlichkeiten auch einer Eventagentur übergeben können, doch wir wollten ein wenig von dem, was uns Rosenheim in den vergangenen Jahrzehnten geschenkt hat, zurückgeben", nennt der Geschäftsführer als Grund für die Aktionstage für einen guten Zweck. Statt Grußworten der Oberbürgermeisterin gibt es jetzt ein Stadtoberhaupt, das Kuchen verkauft, statt Auftritten fremder Bands am Samstag, 24. September, im Lichthof Musik von der Mitarbeitergruppe "My Choice". Die Bandmitglieder opfern für ihr Konzert einen freien Tag. Außerdem verwandelt sich die Terrasse des Kaufhauses von heute, Donnerstag, bis Samstag, 24. September, in einen Flohmarkt, den die Mitarbeiter mit gespendeten Waren beschicken. Ausnahmsweise darf der Kunde hier einmal selbst bestimmen, wie viel er auf eine Schutzgebühr noch draufzahlen möchte. Auch dieser Erlös geht zu 100 Prozent an die Tagesstätte des HPZ, wo mit dem Geld in Zukunft Freizeitaktivitäten für die Kinder finanziert werden.
In ungewohnte Rollen schlüpfen von heute bis Samstag auch die 43 Auszubildenden von Karstadt: Sie bewähren sich als Kinderbetreuer im Spielepark auf der Terrasse, wo eine Hüpfburg und weitere Geräte zum Toben einladen - auch Mädchen und Buben mit Beeinträchtigungen, denen der Erlös der Aktionen zugute kommt. ´
duc/Oberbayerisches Volksblatt
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