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Google-Autos: Das Unbehagen wächst

Google-Autos: Das Unbehagen wächst

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Schon seit Monaten kurven die Autos des US-amerikanischen Internet-Konzerns Google mit Spezialkameras durch die Region, um Straßenzüge und Häuserfronten zu fotografieren. Die Bilder will Google ins Internet stellen. Bürger, Stadt- und Gemeinderäte nahmen dies zunächst achselzuckend zur Kenntnis. Doch nun wird die Front der Skeptiker, die um Datenschutz und Persönlichkeitsrechte fürchten, immer größer.

Ein Google-Auto auf Bilderfang - hier bei Soyen. Wegen der Spezialkameras auf dem Dach sind die Fahrzeuge leicht zu erkennen. Foto Kern

© OVB

Ein Google-Auto auf Bilderfang - hier bei Soyen. Wegen der Spezialkameras auf dem Dach sind die Fahrzeuge leicht zu erkennen. Foto Kern

Rosenheim/Landkreis - Der Bericht unserer Zeitung über die Autoflotte des Internetkonzerns, die auch auf den Straßen in Stadt und Landkreis Rosenheim auf Bilderfang gehen, hat ein großes Echo ausgelöst. Vor allem aus dem Raum Wasserburg meldeten sich zahlreiche aufmerksame Leser zu Wort. Denn zunächst hatte es geheißen, die Google-Kameras seien in der Wasserburger Gegend noch nicht gesichtet worden. Aber auch dort wurde schon aus drei Metern Höhe - die Kameras befinden sich auf den Stativen auf dem Autodach - über Zäune und Hecken hinweg in Häuser und Gärten fotografiert.

Wo und wann auch immer die Fahrzeuge auftauchen - viele Bürger merken es sich genau. "Meine Mutter, ich und unsere Nachbarn erkannten einen solchen Wagen am 13. April um ungefähr 16.20 Uhr in Reitmehring (Antonius-Siedlung) - und auch am Vortag hörte ich schon von einem Freund, dass dieser einen Pkw von Google direkt in der Wasserburger Innenstadt gesehen hat", heißt es beispielsweise in einer E-Mail von Matthias Kaiser.

Eine Frage, die viele Leser bewegt: Wie kann man verhindern, dass Bilder vom eigenen Haus, Garten oder Kind weltweit im Internet anzuschauen sind? Denn nicht erst seit der jüngsten Datenpanne bei Google (siehe Seite 4) heben Datenschützer den Zeigefinger. Es gibt drei Widerspruchswege - den über die Homepage des Bundesverbraucherschutzministeriums, über die Gemeinde oder mit einem selbst aufgesetzten Schreiben (siehe Kasten rechts).

Dass der Marktführer unter den Internet-Suchmaschinen bei den Fotoaufnahmen für seine Internet-Straßenansichten "Street View" unerlaubt Daten aus privaten Funknetzen erfasst und gespeichert hat, verstärkt das Unbehagen beim Anblick der rollenden Google-Kameras. Dem Dienst mit den Straßenbildern im Netz, den viele nützlich finden, die Reisen planen, ein Hotel oder eine neue Wohnung suchen, begegnet man auch in Stadt- und Gemeinderäten mit wachsender Skepsis.

So wird die Stadt Rosenheim Google auffordern, keine Bilder von Schulen oder Kindertagesstätten ins Netz zu stellen. Ebenso beschloss der Stadtrat, Listen im Rathaus auszulegen, in die sich alle Rosenheimer eintragen können, die gegen die Erfassung ihrer Häuser und Daten durch "Street View" sind. Ähnlich wird die Gemeinde Rimsting verfahren. Noch weiter geht man in Brannenburg: Dort beschloss der Gemeinderat, alle Wohngebäude, die sich im Besitz der Gemeinde befinden, für die Veröffentlichung zu sperren. Im kommenden Gemeindeanzeiger soll zudem ein Musterwiderspruch zum Ausfüllen abgedruckt werden.

Das Programm "Street View" startete Google als Ergänzung zu den Stadtplandiensten "Google Maps" 2007 in den USA. So kann man Straßenzüge quasi per Mausklick befahren und dabei in alle Richtungen blicken. Aus Deutschland sind noch keine Bilder im Netz.

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